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Affenscharfe Wildnis

15.09.2008 20:35 Uhr

Von Eva Maria Knab, Augsburg

Affenscharf: eine künstliche Wildnis, in der Affen mit langen geringelten Schwänzen herumturnen. Und mittendrin in der exotischen Tierwelt gehen Menschen spazieren.

So ähnlich wird es bald im Augsburger Zoo sein. Im kommenden Jahr wird ein neues begehbares Gehege gebaut. Dort können Tierfreunde dann mit Kattas aus Madagaskar Bekanntschaft machen.

Bevor es so weit ist, muss erst mal Platz geschaffen werden. Deshalb ziehen zwei andere Affenarten um. Im ersten Schritt sind die Paviane dran. Sie bekommen ihr neues Quartier am Zooeingang: dort, wo früher die alten Nashörner ihr Zuhause hatten. Die Bauarbeiten für das neue Pavianhaus laufen schon. Der Zoo investiert rund 350 000 Euro in die Anlage, die noch heuer im November fertig werden soll. "Die Paviane haben innen dann dreimal mehr Platz als im bisherigen Haus", freut sich Zoochefin Barbara Jantschke. Bisher war der Raum für die Paviane eher knapp. Der Zoo hatte die Auflage, dass die Herde von 50 Affen nicht mehr wachsen darf. Die Weibchen bekamen teilweise Verhütungsmittel. Der andere Teil wurde kastriert, um Nachwuchs zu verhindern.

Das neue Pavianrevier soll nicht nur für die Tiere attraktiver werden. Auch Besucher bekommen optisch mehr geboten. Es gibt einen überdachten Gang. Durch eine Scheibe kann man in den Innenraum des Affenhauses schauen. Die Paviane werden im Freigehege künftig zusammen mit Büffeln leben. "Wir gehen davon aus, dass beide Arten miteinander klarkommen", sagt Jantschke. Wenn die Paviane umziehen, sind die Mandrills an der Reihe. Die 15 Affen starke Truppe zieht ins alte Pavianrevier um. Das Gehege wird ebenfalls erneuert. Auch für die Mandrills wird es dort mehr Platz geben.

Im Spätsommer 2009 ist dann das spektakulärste Affenprojekt des Zoos an der Reihe: Dann beginnt am früheren Mandrill-Quartier der Bau des neuen Geheges für Kattas. Die Halbaffen aus Madagaskar mit den lustigen geringelten Schwänzen werden als neue Art im Augsburger Zoo eingeführt. Sie sollen den Besuchern ganz neue Tiererlebnisse bescheren. "Man ist bei den Affen auf Besuch", sagt Jantschke.

Ohne trennende Gitterstäbe

Das Prinzip wird ähnlich sein wie auf dem Affenberg in Salem am Bodensee. Besucher können direkt ins Gehege hineingehen und mit den Kattas Kontakt aufnehmen. Menschen werden auf einem Pfad an Pflanzen und Klettergerüsten vorbei mitten durch die Welt der Halbaffen geführt - ganz ohne störende Gitterstäbe. "So etwas gibt es in keinem anderen bayerischen Zoo", sagt Jantschke.

Finanziert wird das Projekt vom Freundeskreis des Zoos.



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