Unterstützung
Frei-Milch für soziale Einrichtungen
03.06.2008 17:55 UhrLandkreis (mia, S.BD, bv) - Die Milch wird knapp. Und wenn der Lieferstopp nicht reicht, die Regale leer zu fegen, greift die Lauinger Firma Same Deutz-Fahr ein. "Die Preispolitik großer Discount-Konzerne darf nicht auf Kosten der milcherzeugenden Landwirte gehen", sagt Rainer Morgenstern, Geschäftsführer bei Same Deutz-Fahr. Er setzt sich dafür ein, dass die Milchbauern einen fairen Preis erhalten.
Eine Möglichkeit, Milchbauern zu unterstützen, sei der Kauf von Milch. Über 2000 Liter des Lebensmittels hat das Unternehmen aus den anliegenden Discountern gekauft.
Die Milchpackungen überreichte Morgenstern jetzt, gewappnet mit einem Teleskoplader, den Verantwortlichen der Lauinger Elisabethenstiftung, dem Alten- und Pflegeheim der Hospitalstiftung, sowie mehreren Kindergärten. "Als Landtechnikunternehmen ist es für uns ganz klar, dass wir uns auf die Seite der Milchbauern stellen", sagt der Geschäftsführer und fügt hinzu, dass der Bevölkerung klar gemacht werden müsse, dass die Billigangebote der Discounter auf Kosten der Landwirte gingen.
Großzügige Spende
Dieselbe Strategie verfolgt der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter: "Wir kaufen die Vorräte im Supermarkt auf", kündigt Hermann Kipfmüller, Mitglied im BDM-Kreisverband Donau-Ries, am Montagvormittag noch während der Demonstration bei der Molkerei Gropper an. Gesagt, getan: Nach der Kundgebung fahren die Traktoren zum Bissinger Edeka-Markt. Dutzende Liter Milch und einige Kartons mit Joghurt stapeln die Milchbauern in ihren Einkaufswagen.
Für die Versorgung der eigenen Familien sind die Produkte allerdings nicht gedacht. "Wir spenden sie dem Altenheim Pro Seniore", so Thomas Schneid, stellvertretender BDM-Kreisvorsitzender im Donau-Ries.
Kästle fordert Fairness
"Der Handel muss sich bewegen", fordert auch der Bayerische Bauernverband (BBV) im Kreis Dillingen. Wegen der unhaltbaren Marktmacht des Lebensmittelhandels müsse die Politik das Wettbewerbs- und Kartellrecht konsequent anwenden. "Wir fordern von Ministerpräsident Beckstein, Staatsminister Miller und Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer Taten", betonten BBV-Kreisgeschäftsführer Eugen Bayer und BBV-Kreisvorsitzender Hermann Kästle. Der Bauernverband kritisiert in einer Pressemitteilung "die rücksichtslose Preisdruckstrategie von einzelnen Konzernen, die die Existenz unserer Bauernfamilien und die von mittelständischen Verarbeitungsunternehmen gefährdet". Die beschlossene Quotenerhöhung um 2,5 Prozent müsse ausgesetzt, jegliche weitere Quotenaufstockung verhindert werden.
Der BBV-Kreisverband, so Kästle, befürworte alle fairen Solidaritätsaktionen für bessere Milchpreise, die im Rahmen von Recht und Gesetz stattfinden. Jede Bauernfamilie müsse aber selbst frei entscheiden können, ob sie und wie lange sie am Milchlieferstopp teilnimmt. "Wir begrüßen ausdrücklich die Zusage des BDM-Vorsitzenden, dass Mobbing und Diffamierungen oder gar Gewaltanwendungen in den Dörfern unterbleiben. Dafür muss der BDM-Vorsitzende Schaber aber auch vor Ort sorgen", so Kästle. "Wenn an manchen Orten Bedrohungen ausgesprochen werden, ist das nicht ganz glücklich", sagt Bayer. In den vergangenen Tagen habe sich auch im Kreis Dillingen die Zahl der Bauern, die ihre Milch nicht mehr bei Molkereien abliefern erhöht. Der BBV-Kreisgeschäftsführer schätzt, dass inzwischen 40 Prozent der Milchbauern beim Lieferstopp dabei sind - Tendenz steigend.
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