Stürmische Diskussion um Windräder
23.11.2009 19:30 UhrVon Horst von Weitershausen
Wittislingen Spannung herrschte bei den zahlreichen Besuchern der Bürgerversammlung im Gasthaus „Hirsch“ in Wittislingen. Nach ruhigem Beginn gab es nach dem Vortrag des Bürgermeisters Roland Hörl am Sonntagabend die erwartete stürmische Diskussion um die geplanten Windräder im Wittislinger Wald. Hörl hatte mitgeteilt, dass die Gemeinde keinen Einfluss mehr im Genehmigungsverfahren habe. Die Entscheidung über den Bau der drei Windräder werde im Landratsamt Dillingen und bei der Regierung von Schwaben in Augsburg gefällt.
Zuhörer forderten indes vehement, dass der Bürgermeister seiner Fürsorgepflicht nachkommen müsse und die Windräder am geplanten Standort zu verhindern habe. Auf den Einwand des Bürgermeisters, dass die Windkraftanlagen als Alternative zum Kernkraftwerk Gundremmingen die Lebenssituation der Bürger in Wittislingen nicht einschränken würden, entgegnete Martin Weihmayr, die Windanlagen würden das AKW nicht vertreiben. Wittislingen verliere jedoch durch die Windräder an Attraktivität. Bernd Bley warf dem Bürgermeister in diesem Zusammenhang eine verfehlte Informationspolitik vor und erinnerte ihn an sein Wahlversprechen, „offener und informeller an die Bürger heranzutreten als sein Vorgänger“.
Zu Beginn hatte Hörl über die Entwicklung in der Marktgemeinde referiert. Neben der mittlerweile erfreulich guten Funktion der Kläranlage sprach der Rathauschef die Probleme bei der Trinkwasserversorgung an, da immer noch rund zehn bis elf Prozent der gesamten, in die Marktgemeinde gelieferten Wassermenge durch das teilweise äußerst marode Leitungsnetz im Erdreich versickerten. Dies und die anderen Verluste der Landeswasserversorgung Baden-Württemberg (DZ berichtete) könnten für die Verbraucher möglicherweise eine Preiserhöhung beim Trinkwasser im kommenden Jahr nach sich ziehen.
Nach der Vorstellung der Erweiterungspläne des Wittislinger Friedhofes für Urnenbestattungen stellte Kämmerer Dieter Cimander den Haushalt 2009 mit einem Volumen von 4,5 Millionen Euro vor. Schulden hat die Gemeinde rund 2,2 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 902 Euro entspricht. Hörl präsentierte die Planungen für ein neues Feuerwehrgerätehaus und bezifferte die Kosten mit rund einer Million Euro.
Dorferneuerung: 1,6 Millionen Euro Förderung zugesagt
Für die geplante Dorferneuerung sei nun im Oktober die schriftliche Anordnung mit der Zusage von 1,6 Millionen Euro an Fördergeldern eingetroffen, sofern die Gemeinde den gleichen Betrag aufbringt. Der Zeitraum für die Dorferneuerung beträgt nach den Worten von Roland Hörl acht Jahre.
In der Aussprache wollte Hugo Alberati wissen, welche Auswirkungen Dorferneuerung und Feuerwehrgerätehaus auf die Schuldenentwicklung der Gemeinde in den nächsten fünf Jahren haben werden. Hörl sagte, dass die Gemeinde bis zum Jahr 2013 rund 1,1 Millionen Euro an Darlehen aufnehmen müsse, was zu einer Pro-Kopf-Verschuldung von rund 1100 bis 1200 Euro führen werde.
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