Kampfsportgala in Kissing
Hier kommt Hilfe Schlag auf Schlag
08.11.2009 19:55 UhrVon Brigitte Glas
Kissing - Es war wie im Action-Film. Reihenweise gingen Holzbretter, Ytong-Blöcke und anderes zu Bruch und Sportler flogen durch die Luft. Aber es waren nicht nur Männer und auch nicht die Muskelprotze, denen man so etwas ohne Weiteres zutraut, sondern auch zierliche Frauen und sogar kleine Kinder zeigten solche Kunststücke. Und keiner wurde dabei verletzt. Genau das wollte der Kissinger Taekwondo-Trainer Helmut Eberle dem Publikum zeigen. Zum zweiten Mal hatten er und Großmeister Heinrich Magosch in die Paartalhalle zur Kampfsport-Gala geladen. Im Rahmenprogramm traten die Irish-Dance-Formation „Tir na nOg“ aus München und die „Petticoats“ aus Friedberg auf. Etwa 500 Gäste wollten die Show sehen. Das freute die Organisatoren besonders, denn der gesamte Erlös geht an die Kartei der Not. Klaus Dieter Düster von der Chefredaktion unserer Zeitung bedankte sich persönlich: „Teakwondo heißt Fuß, Faust, Geist. Ich möchte noch Herz anfügen, denn durch die Kampfsportler sind schon 77 000 Euro für die Kartei der Not zusammengekommen.“
Es ging Schlag auf Schlag im wahrsten Sinne des Wortes. Manche Kampfsportler kombinierten den Schlag durchs Brett mit anderen, akrobatischen Elementen. Saadia Griza, Daniel und Philipp Maier und Timon Eberle fuhren auf einem Snakeboard vorbei und machten nebenbei Kleinholz, andere sprangen über ihre Gegner weg und zerschlugen dann die Bretter. Die Kindergruppe erledigte dies im „Dominobruchtest“. Dass Taekwondo-Kämpfer die perfekte Körperbeherrschung antrainiert haben, bewies Sarah Stegmann. Ihr gezielter Schlag gelang ihr im freien Spagat zwischen zwei Stühlen.
Die koreanische Kampfsportart umfasst noch weitere Disziplinen. Für die Zuschauer am attraktivsten sind neben den Bruchtests die Selbstverteidigung und der Freikampf. Eberle und Magosch hatten alles in die Kampfsport-Gala eingebaut. Bei der Selbstverteidigung muss es normalerweise sehr schnell gehen. Als Service für die Laien unter den Zuschauern zeigten Eberle und Reinhard Rollenhagen die Techniken extrem langsam, praktisch in Zeitlupe. Dass sich auch Mädchen gegen Jungs erfolgreich verteidigen können, bewies eine Gruppe aus Dillingen. Zum Schluss ging es noch ganz hart zur Sache. Geübte Kämpfer schlugen auf brennende Platten, und Helmut Eberle zertrümmerte gleich mehrere Ytong-Platten auf einmal.
Ziel der Kampfsportart Taekwondo ist nicht nur das Besiegen von Gegnern oder das Zertrümmern von Gegenständen, vielmehr sollten sich die Taekwondo-Schüler einem Eid, den der Erfinder Choi Hong-hi aufgestellt hatte, verpflichtet fühlen. Unter anderem besagt dieser, dass sie sich für Freiheit und Gerechtigkeit einsetzen und an der Schaffung einer friedlicheren Welt mitarbeiten. Solche Galas helfen ihnen, den Eid zu erfüllen.
Bei uns im Internet
Bilder von der Kampfsport-Gala unter
friedberger-allgemeine.de/bilder
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