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Der Verkehr rollt, aber ein wichtiges Detail fehlt noch

30.07.2010 20:25 Uhr

Günzburg Seit gestern Mittag rollt der Verkehr wieder in alle Richtungen. Der neue Kreisverkehrsplatz mit zwei Bypässen (Sonderspuren) an der Einmündung der Bundesstraße 10 in die B 16 in Günzburg ist eine Woche früher fertig geworden als geplant. Nicht termingerecht fertig geworden ist hingegen die Beschilderung aus Richtung Gundelfingen (Norden). Eine Warntafel „Vorsicht Staugefahr in der Ortsdurchfahrt Günzburg“, ein gelbes Blinklicht sowie eine empfohlene Ausweichstrecke weiter über die B 16 auf die A 8 in Richtung Westen werden voraussichtlich erst in vier Wochen installiert. Sie sollen verhindern, dass über die Sonderspur („Bypass“) Autos und Lastwagen, die Richtung Leipheim wollen, regelrecht in die Günzburger Unterstadt hineingespült werden.

„Wir wollen und werden hier eine neue Verkehrslenkung etablieren“, sagte Oberbürgermeister Gerhard Jauernig gestern Nachmittag bei der offiziellen Verkehrsfreigabe. Mit einer „klaren und eindeutigen Beschilderung“ solle der überörtliche Verkehr aus der Ulmer Straße abgeleitet werden.

Jetzt geht es in wenigen Tagen für die Bauarbeiter erst mal in die Sommerferien. Anschließend werden sie, wie es im Fachjargon heißt, „Restarbeiten“ am neuen Kreisverkehrsplatz erledigen. Dazu zählt neben der Beschilderung die Begrünung. Auch Bordsteine müssen noch gesetzt und der Petra-Kelly-Fahrradweg muss befestigt werden.

Das wird die Autofahrer wohl nicht weiter stören. Sie - und auch so manche Bewohner in der Innenstadt - sind froh, dass es am neuralgischen, viel befahrenen Verkehrsknotenpunkt in Günzburg wieder läuft und der Schleichverkehr durch Wohngebiete vermutlich abnimmt.

Wie eine Turbine

„Durch die neue Verkehrsführung, dem Kreisverkehr, können deutlich mehr Verkehrsmengen verarbeitet werden als an einer Kreuzung“, erläuterte Jauernig. Der OB verglich die Verkehrsströme hier mit einer Turbine, die die Fahrzeuge von der Straße auf die Straße schaufelt. Dabei bleibe der Verkehr stets im Fluss. Im Fluss bleiben musste der Verkehr auf der B 16 auch während der dreimonatigen Bauzeit - eine Herausforderung für alle Beteiligten. Sie gelang. „Wir erwarten von der neuen Verkehrsführung eine Verringerung der Unfallgefahr“, so Jauernig. Die Geschwindigkeit werde vermindert. Erfahrungen belegten, dass beampelte Kreuzungen durch Missachtung der Lichtzeichen häufiger zu schweren Unfällen führen würden, als dies bei einem Kreisverkehr der Fall sei. Der Rathauschef berichtete, dass dank der Bemühungen von CSU-Landtagsabgeordnetem Alfred Sauter in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt Krumbach „die einmalige Chance“ ergriffen worden sei, für dieses Straßenbauvorhaben Mittel aus dem Konjunkturpaket II des Bundes zu erhalten.

Der Neubau des Kreisverkehrsplatzes müsse im Zusammenhang mit dem Neubau der Donaubrücke wenige Meter weiter gesehen werden, ergänzte Willi Weirather, Leiter des Staatlichen Bauamtes Krumbach. Um ein „Nadelöhr“ und eine „Stauzone“ (Jauernig) zu optimieren, mussten die Planungen zügig abgewickelt werden. „Wir einigten uns schnell, begriffen und ergriffen die Chance und erhielten Gelder aus dem Konjunkturpaket II für die uns wichtige Straßenbaumaßnahme“, führte der Rathauschef aus.

Platz für ein Kunstwerk

In den nächsten Wochen müssten sich die Verkehrsteilnehmer an den neuen Platz gewöhnen. In diesem Zusammenhang äußerte der OB den Wunsch, das Rondell in der Mitte nicht nur zu begrünen, sondern auch mit einem Kunstwerk auszustatten. „Der Platz schreit regelrecht dazu, aufgewertet zu werden“, meinte Jauernig. Behördenchef Weirather nahm die Anregung auf und zeigte sich aufgeschlossen. „Ja, das würde sich anbieten“, sagte er.



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