Auf der Suche nach verlorenem Wasser
04.03.2009 18:40 UhrLandsberg (rt) - Bei einem Vergleich der aktuellen Gebühren für Wasser und Abwasser in den 27 Großen Kreisstädten in Bayern kann sich Landsberg offenbar sehen lassen. Lediglich in Germering müssen die Bürger laut einer Studie etwas weniger bezahlen als am Lech. Ludwig Hartmann (Grüne) wollte in der Sitzung des Werkausschusses wissen, warum der Wasserverlust im städtischen Leitungsnetz starken Schwankungen unterworfen sei.
Norbert Köhler, Leiter der Städtischen Werke, legte Zahlen über Wasserförderung und den jährlichen Wasserverlust vor. Der Überblick erfasste den Zeitraum von 1991 bis 2008. Ludwig Hartmann wollte wissen, warum der Wasserverlust starken Schwankungen unterworfen ist. Er bezog sich vor allem auf die Jahre 2002 bis 2005. In diesem Zeitraum belief sich der Wasserverlust auf bis zu 25 Prozent der tatsächlich geförderten Menge. So waren 2005 über 2,45 Millionen Kubikmeter Wasser gefördert worden. Davon waren über 611 000 Kubikmeter im Boden verschwunden. „Damals waren die riesigen Flächen der ehemaligen Saarburg- und auch der Ritter-von-Leeb-Kaserne erschlossen worden“, machten Köhler und OB Ingo Lehmann (SPD) aufmerksam. Reparaturen im Leitungsnetz, das mittlerweile auf eine Länge von 163 Kilometer angewachsen ist, seien deswegen hinten angestellt worden. Für 2008 wurde der Wasserverlust mit 4,9 Prozent ausgewiesen. Die Fördermenge belief sich im vergangenen Jahr auf gut 1,95 Millionen Kubikmeter. In Landsberg war die Gebühr für einen Kubikmeter Wasser zu Beginn des Jahres von 1,05 auf 1,20 Euro angehoben worden. Im Vergleich mit anderen Großen Kreisstädten liegt der Preis im unteren Bereich. Dazu wurden im Werkausschuss Beispiele genannt: In Eichstätt werden 1,08 Euro verlangt, in Lindau 1,53 Euro und in Dinkelsbühl 1,95 Euro. Beim Schmutzwasser fordern die Städtischen Werke pro Kubikmeter 1,20 Euro ein. Neu-Ulm kassiert 1,68 Euro, Nördlingen 2,60 Euro und Dinkelsbühl 3,25 Euro. Beim Niederschlagswasser vereinnahmt Landsberg 0,33 Euro pro Kubikmeter, Eichstätt 0,29 Euro, Freising nichts, Bad Reichenhall 1,90 Euro. Beim Mischwasser steht Landsberg in der Auflistung mit null Euro zu Buche, Kulmbach mit 1,53 Euro, Selb mit null Euro und Traunstein mit 2,09 Euro.
Kosten für Modellhaushalt
Schließlich wurden noch die Kosten für einen Modellhaushalt mit vier Personen für das Jahr 2009 errechnet. Zugrunde gelegt wurden ein Verbrauch von 200 Kubikmetern Wasser und Abwasser, 200 Quadratmeter versiegelte Fläche beziehungsweise 200 Kubikmeter Wasser und Mischwasser. Unter dem Strich kommt demnach nur Germering auf geringere Ausgaben als Landsberg, das 576 Euro ausweist. Für Günzburg wurden Gebühren von 624 Euro angegeben, in Bad Reichenhall 1145 Euro und in Dinkelsbühl 1673 Euro.
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