Notfallpraxis ab Samstag im Einsatz
30.01.2008 19:00 UhrVon Barbara Feneberg
Neuburg Krank wird man meistens zu ungünstigen Zeitpunkten: zum Beispiel am Wochenende. Wer Samstags einen Arzt braucht, kann ab diesem Wochenende direkt in die GOIN Notfallpraxis in den Kliniken St. Elisabeth. Denn ihren Bereitschaftsdienst leiten die Ärzte aus der Region nun nicht mehr in der eigenen Praxis, sondern in einer neuen, zentralen Versorgungsstelle in Neuburg.
Zehn Jahre verfolgte man die Idee der Notfallpraxis - jetzt ist sie Realität. Das Projekt, das in den Räumen der St. Elisabeth Kliniken beherbergt ist, aber vom Ärztenetz GOIN betrieben wird, öffnet an diesem Samstag erstmals seine Pforten. Damit ist Neuburg eine von 30 Standorten in Bayern mit einer Notfallpraxis samt Klinikanschluss. "Das ist für eine Stadt dieser Größe durchaus bemerkenswert", sagt Klinik-Geschäftsführer Roman Schiele.
Unumstritten war das Konzept nicht - einige Ärzte hatten Bedenken die Wertigkeit ihrer Praxis mit dieser zentralen Einrichtung zu mindern. "Es gab durchaus Berührungsängste", gibt Armin Altenbuchner, Obmann der Bereitschaftsdeinstgruppe Neuburg, offen zu. Doch nun seien sämtliche 31 Ärzte der Dienstgemeinschaft dabei und wechseln sich nun bei den Schichten ab.
Anruf bei der Rettungsleitstelle in Zukunft nicht mehr nötig
Konkret soll es so funktionieren: Patienten, die am Wochenende oder auch Mittwochnachmittag einen Arzt brauchen, finden zu bestimmten Zeiten (siehe Infokasten) ihren Arzt auf alle Fälle in der Notfallpraxis. Der Anruf bei der Rettungsleitstelle, welcher Arzt wo Bereitschaft hat, kann entfallen. Patienten sollen von kürzeren Wartezeiten profitieren. Zudem bietet die Klinik die nötige Infrastruktur für Röntgenaufnahmen und Laboruntersuchungen.
Der Patient soll also viel davon haben, doch auch die Ärzte hoffen auf positive Auswirkungen des Projektes. "Natürlich wollen wir, dass wieder mehr Patienten zu uns kommen", sagt Rüdiger Vogt, Sprecher der GOIN Ärzte in Neuburg. Denn oft wählen die Patienten automatisch den direkten Weg ins Krankenhaus. Und auch durch die Praxisgebühr, die Patienten bei Notfallbehandlungen immer zahlen müssen, sei die Zahl der zu Behandelnden am Wochenende um 20 bis 30 Prozent gesunken.
Jetzt kann die Klinik nach entsprechender Diagnose den Patienten an die Notfallpraxis verweisen und wird dadurch zusätzlich entlastet. "Der Patient muss einfach wissen: Er fährt hierher und bekommt hier Hilfe - vom Hausarzt oder von einem Klinikarzt", fasst Klinik-Geschäftsführer Roman Schiele zusammen. Man wisse von anderen Kliniken mit Notfallpraxen in Ingolstadt oder Augsburg wie gut dieses System funktioniere. Gerade die aktuellen Probleme im Gesundheitsbereich würden zeigen, wie wichtig es ist, dass man zusammenarbeite.
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