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TV-Kritik

DSDS: Zu viel Spucke, zu wenig Stimme

07.01.2010 07:40 Uhr

DSDS ist wieder da: Am Mittwoch ist die siebte Staffel gestartet. Und Dieter Bohlen lästert wieder, was das Zeug hält. Seine ersten Opfer: Ein sabbernder Christian und ein zuckender Scooter-Fan.

Der Typ heißt Christian, er sabbert. Der andere hört auf Andreas, ist von Beruf Maler. Er verehrt die Techno-Combo Scooter. Christian und Andreas haben eines gemeinsam - sie können nicht singen. Genauer gesagt ist es viel schlimmer. Ihr Gejohle grenzt an Körperverletzung.

„Alfi hatchor“, grölt der Maler und hoppelt wie der Osterhase auf Ecstasy über die Bühne. Was er eigentlich darbieten wollte, ist Scooters „I feel Hardcore“. Ins Neuhochdeutsche übersetzt, heißt das: „Ich bin krass drauf.“

In diese Stimmung kommt auch, wer gestern Abend den Auftakt der siebten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ geguckt hat. Zwischen vereinzelt gestreuten Gesangstalenten wie Mehrzad Marashi und Helmut Orosz präsentierten Chefjuror Dieter Bohlen und seine Beisitzer zunächst einmal viele Kuriose aus der talentfreien Zone.

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Und davon gibt es jede Menge. 34 420 Kandidaten wollen sich den Traum vom Showbusiness verwirklichen. Zumindest für die meisten Bewerber vom Mittwochabend wurde es eine akustische Bruchlandung. Ein 18-jähriger Azubi pinkelte vor Aufregung sogar in die Hose, bevor er anfing „Ave Maria” zu jodeln.

Deutschland empört sich angesichts solcher Szenen. Der Rest lacht und schämt sich fremd. Der Masse gefällt es. Mit „Deutschland sucht den Superstar“ ist es wohl auch diesmal wie mit McDonald’s. Angeblich geht keiner hin, doch der Laden brummt. Bohlens fiese Sprüche sind eben publikumswirksam.

Jedes Mal, wenn er „Scheiße“ sagt, steckt er jetzt einen Euro in ein Sparschwein. Der Erlös ist für einen guten Zweck. Spötter meinen, die Aktion diene Bohlen dazu, sein Talent vorzuführen - aus Scheiße Geld oder Quote zu machen. Man muss ihn nicht mögen, aber das kann er, der Dieter. Josef Karg



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