Show-Kritik: Harald Schmidt: Ohne Pocher, dafür umso besser - Aus aller Welt - Augsburger Allgemeine
Wetter Heute Wetter Morgen Wetter Uebermorgen
Mehr Wetter
NachrichtenLokalesServusSportVideosBilderZeitungForumSpieleThemenweltenAnzeigenmarkt
> Startseite > Nachrichten >

Aus aller Welt

X Diesen Artikel versenden


* Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Show-Kritik

Harald Schmidt: Ohne Pocher, dafür umso besser

17.09.2009 21:36 Uhr

Harald Schmidt ist wieder da. Am Donnerstagabend kehrte "Dirty Harry" in der ARD auf die Bildschirme zurück - ohne Oliver Pocher, aber dafür mit Bart. Umso besser.

Was hatte er alles versprochen. Dass er endlich "wieder Blut trinken" wolle nach der Trockenzeit der Sendepause. Dass es "scharf, politisch, satirisch" zugehen werde in seiner neuen Late-Night-Show. Schluss mit Schoten unter der Gürtellinie, versicherte "Dirty Harry". "Ich nehme an, dass ich die Erwartungen übertreffe", strotzte der 52-Jährige vor Selbstbewusstsein.

Und was ist daraus geworden? Um es kurz zu sagen: Harald Schmidt ist wirklich wieder da. So richtig. Als er am Donnerstagabend mit dunklem Anzug, Weste, fliederfarbener Krawatte, und grauem Vollbart die Bühne des Kölner Studios 449 betritt, ist alles wie in alten Zeiten. Im positiven Sinne.

voting

Wie fanden Sie Harald Schmidts Comeback?



Schmidt, der gebürtige Neu-Ulmer, ist von seinen Autoren bestens munitioniert worden. Die ersten Minuten sind ein Kinderspiel. "In diesem Wahlkampf hat es einmal gefunkt - bei der Landung von Müntefering", kalauert er in Anspielung auf die Notlandung des SPD-Chefs in Stuttgart. Den TV-Dreikampf von Guido Westerwelle, Oskar Lafontaine und Jürgen Trittin hakt er als Auftritt von "the good, the bad and the ugly" ab. Und das Ende der Wirtschaftskrise hat Harald Schmidt ebenfalls im Blick. "Ein paar deutsche Firmen geht es schon wieder so gut, die leisten sich sogar Facharbeiter aus Rumänien."

So kennt man das, so mag man das. Zumindest als eingefleischter Harald Schmidt-Fan. 

Wunderbar aber auch die Geschichte über den "Schweinegrippe-Journalismus", die Schmidt zu berichten hat. Als vermeintlicher "Rüdiger Alt" hatte der Kabarettist Jan Böhmermann als angeblich ausgegrenzter Schweinegrippe-Kranker die Medien genarrt. Darauf fielen mangels Recherche nicht nur die Sender ProSieben/Sat1 herein, sondern auch die WAZ. Dumm gelaufen für die betroffenen Medien, ein kleiner Coup für Auftraggeber Schmidt.

Helmut Zerlett und Band flankieren die Show in bewährter Manier. Doch auch sonst hat sich Schmidt für die neue Staffel Beistand geholt. Katrin Bauerfeind, die mit dem Online-Video-Format "Ehrensenf" erfolgreich wurde, flankiert ihn in Einspielern und auf der Bühne. Dabei bleibt sie, leider, eher farblos. Wie überhaupt die Einspiel-Filmchen allenfalls für ein leichtes Schmunzeln gut sind. 

Was allerdings nicht weiter schlimm ist. Es geht schließlich vor allem um ihn, den Chef im Ring. Aber war Harald Schmidt das nicht immer?

Fest steht: Das neue Konzept ist allemal besser als das Experiment "Schmidt & Pocher". So recht warm wurde man mit der Idee "intellektueller Spötter vs. zotiger Comedian" ja nie.

Die beiden Beteiligten übrigens auch nicht. Pocher kehrte nach eineinhalb durchwachsenen Jahren im Frühjahr 2009 zurück zu seinem früheren Heimatsender Sat.1. Anfang Oktober wird er dort mit einer eigenen "Oliver Pocher Show" auf Sendung gehen.

Schmidt wiederum hat die Trennung sichtlich nicht geschadet. Ihm gelingt am Donnerstagabend ein Einstand nach Maß. Selbst das unterhaltsame Interview mit Trigema-Chef Wolfgang Grupp hebt sich angenehm von den einstigen B- und C-Promi-Couch-Verheizungs-Runden in den Shows ab.

Etwas politiklastig ist die Show vielleicht noch. Die Einspieler könnten für die Zukunft an Schärfe, die Sidekicks an Profil gewinnen. Aber ansonsten haben Schmidt-Fans ihr Idol zurück. Unterhaltsam, hintergründig, gut. Von Spötter-Dämmerung jedenfalls ist bei Harald Schmidt  nichts zu spüren.

Wer Lust auf mehr hat, wird von der ARD gut bedient: Harald Schmidt hat bei den Öffentlich-Rechtlichen einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben, wird also mindestens bis Sommer 2011 zu sehen sein. Seine  Late-Night-Show wird immer donnerstags um 22.45 Uhr ausgestrahlt.

Gute Aussichten. Da stört sogar der Bart nicht mehr.

Sascha Borowski



Anzeige

Anzeige
Spiele
Die größten Diät-Irrtümer
Jetzt mal Klartext! Wenn es um das Thema "Abnehmen" geht, halten sich bestimmte Irrtümer. Wir haben sie mal unter die Lupe genommen.
Themenwelten
Aktionen & Angebote
40 Jahre Fenster Fischer | Attraktives Neusäß | Bauen & Wohnen | Leckeres zur Mittagspause | Gögginger Frühlingsfest | Trau Dich | Marktplatz Stadtbergen | Fit for Job | Wir in Gersthofen | Beauty, Wellness & Gesundheit | Ausgezeichnete Qualität | Adressen für Ihre Gesundheit | Branchenführer | Rätselspaß | Bauen & Wohnen | Singles
Testen Sie jetzt, wie alt Sie werden!
Anzeige
NachrichtenLokalesServusSportVideosBilderZeitungForumSpieleThemenweltenAnzeigenmarkt

Show-Kritik: Harald Schmidt: Ohne Pocher, dafür umso besser - Aus aller Welt - © Augsburger Allgemeine