
Rückblick
Der FC Augsburg und der Pokal: eine neue Liebe
08.02.2010 19:13 UhrDer FC Augsburg und der DFB-Pokal, das war in den vergangenen Jahrzehnten nicht unbedingt eine enge Liebesbeziehung, sondern, mit einigen Ausnahmen, eher eine Geschichte von Pleiten, Pech und Pannen.
Doch in dieser Saison können sie beim Zweitligisten vom Cup-Wettbewerb gar nicht mehr lassen. Der Einzug bis ins Viertelfinale gelang noch nie.
Kein Wunder, dass alle, die in Augsburg auch nur im entferntesten etwas mit Fußball zu tun haben, der Partie am Mittwoch (Beginn: 19 Uhr) gegen den 1. FC Köln förmlich entgegenfiebern.
Wir verfolgen nochmals den Weg des FCA in die Runde der letzten Acht.
Sieg in Ingolstadt Es begann am 31. Juli an der Donau. Beim FC Ingolstadt siegten die Augsburger in der ersten Runde mit 2:1. 5250 Zuschauer (davon die Hälfte aus Augsburg) sahen erst in der Schlussphase einen echten Pokalfight. 75 Minuten dominierte der Zweitligist beim Absteiger durch Treffer von Neuzugang Marcel Ndjeng und Michael Thurk scheinbar sicher mit 2:0. Spannend wurde es erst, als Robert Braber der Anschlusstreffer gelang. Ganz ungetrübt war die Freude bei den Augsburgern nicht. Goran Sukala verletzte sich schwer (Kreuzbandriss). Der Neuzugang kann auch jetzt immer noch nicht spielen.
Bundesligist kann FCA nicht stoppen Der 23. September war der erste echte Feiertag in der neuen Arena. Bundesligist SC Freiburg konnte den FCA nicht stoppen, die Gastgeber zogen durch einen herrlichen Treffer von Daniel Brinkmann (64. Minute) ins Achtelfinale ein. Das Team von Trainer Jos Luhukay bot den 12 024 Besuchern eine überzeugende Vorstellung.
Gala gegen Duisburg Es war eine rauschende Pokalnacht, die der FCA an diesem kühlen Abend des 27. Oktobers gegen den MSV Duisburg feierte. Mit einem 0:5-Debakel wurden die „Zebras“ nach Hause in den Ruhrpott geschickt, Trainer Peter Neururer musste danach gehen. Ein Eigentor des Duisburgers Larsen brachte die Gastgeber auf Kurs, Michael Thurk, Uwe Möhrle, Sandor Torghelle und Marcel Ndjeng sorgten für die weiteren Treffer. Der FC Augsburg war plötzlich in aller Munde, betrieb beste Werbung in eigener Sache.
Natürlich gab es auch in der Vergangenheit interessante Pokalnächte beim Augsburger Fußball-Aushängeschild. 1973 etwa, als Helmut Haller gerade aus Italien nach Hause gekehrt war und der Regionalliga-Aufsteiger zum Match gegen den Karlsruher SC 28.000 Besucher in die Rosenau lockte und einen 2:1-Sieg feierte. Oder 1993, als Bayer Leverkusen mit Augsburgs „verlorenem Sohn“ Bernd Schuster beim FCA mit einem glücklichen 4:3-Sieg im Elfmeterschießen diese Hürde übersprang. Doch das waren eher Ausnahmen.
Bleibt die Frage: Was haben Augsburgs Pokalhelden am Mittwoch zu bieten?
Herbert Schmoll
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