
FC Augsburg
Hdiouad steht im Abseits
07.11.2008 18:29 UhrVon Wolfgang Langner
Augsburg. Mourad Hdiouad schüttelt nur den Kopf. Er will über seine Situation nicht sprechen. Wer den Fußball liebt, dem tut das Herz weh. Es gab Zeiten, die sind noch gar nicht lange her, da beneideten etliche Vereine in der 2. Fußball-Bundesliga den FC Augsburg um diesen Marokkaner, den der FCA damals vom bulgarischen Klub ZSKA Sofia verpflichtet hatte.
Zusammen mit Stürmer Axel Lawarée war der heute 33-Jährige in der Aufstiegssaison 2006/07 wohl der beste Spieler, der seit langem das Trikot des FCA trug. Durch seine technischen Kabinettstückchen und seine Art zu spielen rückte er manchmal sogar nahe an das Augsburger Fußball-Denkmal Helmut Haller heran.
Doch Hdiouads Stern verblasste etwas in der zweiten Saison. Für manche Fans wurde er zur "launischen Diva". Manchmal spielte Hdiouad behäbig und aufreizend, ein anderes Mal ließ er wieder seine Genialität aufblitzen. Aber dennoch - so richtig "grottenschlecht" war Hdiouad nie. Selbst wenn der Mittelfeldspieler mal einen ganz schlechten Tag hatte, gab es immer noch Schlechtere als ihn.
Doch seit dieser Saison tritt Hdiouad so gut wie gar nicht mehr in Erscheinung. In der Vorbereitung plagte er sich mit einer Achillessehnenverletzung herum und anschließend schaffte er den Anschluss nicht mehr. Exakt 43 Minuten hat Hdiouad in dieser Saison gespielt. 13 Minuten am zweiten Spieltag gegen Rot-Weiss Ahlen und 30 Minuten am siebten Spieltag bei Rot-Weiss Oberhausen. Für einen wie ihn definitiv zu wenig.
FCA-Trainer Holger Fach macht Hdiouad auch wenig Hoffnung, dass sich dieser Zustand über kurz oder lang ändert. Auch am morgigen Sonntag (14 Uhr) darf Hdiouad nur auf der Bank Platz nehmen. "Das hat taktische Gründe. Unser Mittelfeld hat sich in den vergangenen Wochen stabilisiert. Wir spielen mit einem Sechser und Andrew Sinkala ist momentan gesetzt", meint Fach.
Die offensive Position im Mittelfeld versperrt dem marokkanischen Nationalspieler Elton da Costa. "Elton bringt derzeit gute Leistungen. Ich habe momentan keinen Grund, etwas zu ändern", so der Coach. Dennoch lobt Fach Hdiouad über den grünen Klee: "Es verdient höchsten Respekt, wie sich Mouri in der Gruppe verhält und sich darstellt. Das ist absolut mannschaftsdienlich."
Anscheinend ist die Lage nicht nur für Hdiouad problematisch, sondern auch für Fach: "Es ist immer schwierig zu sagen, du bist nicht dabei." Allerdings, wie schnell sich im Fußball etwas ändern kann, zeigt das Beispiel Michael Thurk. Vor Wochen war der Stürmer noch der "Ritter von der traurigen Gestalt". Momentan ist er wieder für den FCA unentbehrlich. Ähnliches kann man Mourad Hdiouad nur wünschen.
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