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07. Februar 2012 12:09 Uhr

Flucht

Asina gibt ihre Freiheit nur widerwillig auf

Besitzer fängt schottisches Hochlandrind nahe Tremmel ein

Riskantes Unterfangen. Landwirt Josef Engelhardt hatte im Adelzhausener Forst alle Mühe, die widerspenstige Asina zu fangen. Sie musste mit mehreren Seilen „fixiert“ werden.
Foto: Horst Kramer

Adelzhausen So mir nichts, dir nichts wollte Asina ihre Freiheit nicht aufgeben. Obwohl sie sich in einer kleinen Fichte verheddert hatte, wehrte sie sich nach Kräften, um nicht eingefangen zu werden. Die lange Zeit alleine habe das ansonsten freundliche schottische Hochlandrind zu einem „wilden Tier“ werden lassen, erzählte dessen Besitzer Josef Engelhardt aus dem niederbayerischen Gangkofen (Landkreis Rottal-Inn).

Der Landwirt musste sich bei der Rettungsaktion mehrerer Angriffe der Kuh erwehren und setzte eine Art „Schutzschild“ ein, um nicht verletzt zu werden. Im Wald südlich des Adelzhausener Ortsteils Tremmel hatte ein Spaziergänger das zottelige Tier am Wochenende entdeckt und Engelhardt gerufen. Asina steckte mit dem Strick, der seit der Flucht um ihren Hals baumelte, zwischen den beiden Stämmen einer kleinen Fichte fest. Wie mehrfach berichtet, war Asina Mitte November beim Verladen in den Adelzhausener Forst geflüchtet.

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Sie gehörte davor einer rund 70 Rinder umfassenden Herde an, die das Gras entlang der A8 zwischen München und Augsburg stutzte. Als Asina mit ihren Artgenossen die Weide wechseln sollte, riss sie aus. Seitdem versuchte Engelhardt, das fünfjährige Rind wieder einzufangen. Doch weder das ausgelegte Futter noch die Weidekollegen, die Asina anlocken sollten, konnten helfen. Die Kuh zeigte sich zwar immer wieder, flüchtete aber schnell, wenn ihr jemand zu nahe kam.

Eine Gefahr für die Bevölkerung stellte das trächtige Rind laut Engelhardt niemals dar. Es drohte ihr aber dennoch der Abschuss. Hätte sie sich in die Nähe von befahrenen Straßen begeben, wäre sie als Verkehrsrisiko eingestuft und wohl zum Abschuss freigegeben worden. Jetzt ist der Landwirt froh, dass er Asina endlich dingfest machen konnte.

Und das ganz ohne Betäubung. Die hätte Asina nämlich durchaus gefährlich werden könnten, berichtet der Landwirt. Zum einen habe sie doch sehr abgenommen und sei deshalb bereits geschwächt gewesen. Zum anderen sei sie aufgrund der Aufregung voll mit Adrenalin gewesen, was eine sehr hohe Dosis an Betäubungsmittel erfordert hätte. So wurde Asina zunächst an einem dickeren Stamm festgebunden und mit Futter versorgt. Am nächsten Tag wurde sie laut Engelhardt mit mehreren Seilen so fixiert, dass sie an einen Harvester angebunden und aus dem Unterholz geholt werden konnte. An den beiden Hauptseilen wurde sie schließlich in den Hänger gezogen, der sie nach Gangkofen brachte.

Asinas Flucht erinnerte unweigerlich an die freiheitsliebende Kuh Yvonne, die sich vergangenen Sommer drei Monate in den Feldern und Wäldern Oberbayerns versteckte. Sie erhält jetzt auf Gut Aiderbichl in Deggendorf ihr Gnadenbrot. Asina dagegen bekommt wohl bald einen neuen Job. »Bayern Seite 11

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