Die geplanten Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung werden insgesamt etwa 1,2 Millionen Euro kosten. Jetzt werden Fördermittel beantragt



Hollenbach-Motzenhofen Drei Dutzend Besucher finden Platz im Sitzungsraum der Feuerwehr im Hollenbacher Ortsteil Motzenhofen. Am Sonntagabend war er mal wieder komplett besetzt – so wie es üblich ist bei der Bürgerversammlung in diesem Ort. Die Zuhörer brachten nur wenige Anregungen vor, nachdem Bürgermeister Hans Riß seinen Bericht vorgetragen hatte. Danach informierte Günter Engl über den Stand der Dorferneuerung in diesem Ort.
Zusammen mit seinem Sohn Lukas, der ihn per Laptop unterstützte, schilderte er die Überlegungen der Bürger, wie man Motzenhofen attraktiver gestalten könnte. Außerdem ging er auf den Maßnahmenkatalog ein, der 20 Punkte enthält und im Rahmen einer umfassenden Dorferneuerung abgearbeitet werden soll. Das zentrale Thema ist nach wie vor die Suche nach einem passenden Dorfplatz. Engl würde es begrüßen, wenn er dort entstehen würde, wo in diesen Tagen der Eisplatz bevölkert wird. Die Kirche in Motzenhofen sei von anderen Gebäuden eingezwängt; am Spielplatz fehlten Sitzgelegenheiten.
Der Dorfplatz steht auch an der Spitze des Maßnahmenkatalogs im Rahmen der Dorferneuerung. Eine Reihe von Vorhaben sollte dazu beitragen, den Verkehr zu beruhigen. Der Spielplatz am Gewerbegebiet sollte umgestaltet werden, östlich der Staatsstraße 2047 wird ein Fuß- und Gehweg angeregt. In der Nähe des Gewerbegebiets sollte ein Laden entstehen, der alle Artikel anbietet, die für den täglichen Bedarf benötigt werden. Und südlich der Kreisstraße von Motzenhofen nach Hollenbach wären einige Bäume wünschenswert.
Insgesamt beläuft sich die Kostenschätzung für die Maßnahmen in Motzenhofen auf 1,2 Millionen Euro. Laut Günter Engl entscheidet nun das Amt für Ländliche Entwicklung in Krumbach darüber, für welche Projekte es Fördermittel geben wird. Kritisch sprach Engl den zeitlichen Rahmen an. Er fürchtet, dass es in Motzenhofen erst im Jahr 2016 so richtig losgehen werde: „Für uns schon eine lange Zeit. Wäre schön, wenn es nicht so lange dauern würde.“
Verkehr Wieder einmal wurde das Thema Verkehrssicherheit angesprochen. Hans Riß zeigte Verständnis dafür, konnte aber kurzfristig keine Abhilfe in Aussicht stellen: „Seit 20 Jahren fordern wir einen Tempotrichter für Mainbach und Motzenhofen sowie eine Verlegung des Ortsschildes zur Kornfeldstraße hinaus.“ Bislang blieben die Bemühungen in dieser Richtung allerdings vergebens.
Einwohner Im Jahr 2011 sank die Zahl der Einwohner im Bereich der Gemeinde Hollenbach um 20 Personen, beim Rückgang entfielen gleich 16 auf Motzenhofen. „Da werden wir ein bisschen Ursachenforschung betreiben“, sagte Riß nicht zuletzt mit Blick auf die Diskrepanz bei den Zahlen über die Zuzüge (16) und die Wegzüge (32). Somit leben in Motzenhofen nur noch 483 Menschen, ein Minus von 16 gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Geburten sank von sechs auf eine, die Zahl der Todesfälle von fünf auf einen.
An der Dorfwirtschaft interessiert nur der Baumschnitt
Beleuchtung Vom Maibaum in Richtung Mainbach lasse die Ausleuchtung in der Nacht zu wünschen übrig, monierte Martin Euba. Ein anderer Besucher ergänzte, nahe dem Pfarrzentrum in Hollenbach sei es ebenfalls „zappenduster“.
Baum Die Zukunft der Alten Dorfwirtschaft scheint nur die Hollenbacher zu bewegen. Am Sonntag wurde sie in Motzenhofen ebenfalls angesprochen, aber lediglich indirekt. Die Kiefer, die davor steht, solle man rausschneiden, hieß es.
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