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25. Juli 2010 18:55 Uhr

Aichach

"Beatrice von Aragon" gewinnt den Kunstpreis der Stadt

Jetzt ist es raus: Isabel Ritter aus Nürnberg ist die 17. Aichacher Kunstpreisträgerin. Mit was sie gewonnen hat? Von Gerlinde Drexler

Nicht aufdringlich, aber doch gut erkennbar ist die Installation, mit der Isabel Ritter aus Pirmasens gestern den 17. Kunstpreis der Stadt Aichach gewann. "Beatrice von Aragon oder Novas Bad" hat sie ihre Arbeit genannt, die die fünfköpfige Jury aus 27 Kunstwerken zum Sieger kürte. Für Andreas Stucken, Vorsitzender des Kunstvereins, der in Zusammenarbeit mit der Stadt und der Stadtsparkasse den Kunstpreis vergibt, war dies die letzte Preisvergabe. Er hört nach zehn Jahren als Vorsitzender auf.

Letzer Preisträger war ein Aichacher

In den letzten Jahren waren es oft Studenten und Absolventen der Akademie der Bildenden Künste in München, die den Kunstpreis erhalten hatten. Im vergangenen Jahr ging der begehrte Preis zum ersten Mal nach langer Zeit an einen Aichacher Künstler - der seine Ausbildung allerdings auch an der Münchener Akademie gemacht hatte. Beide, Aichach und die Akademie, gingen dieses Jahr leer aus: Die Preisträgerin ist die 32-jährige Isabel Ritter. Sie studiert in Nürnberg an der Akademie der Bildenden Künste.

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Weshalb sich die Jury ausgerechnet für ihre Arbeit entschieden hat? Weil sie in perfekter Weise auf den sie umgebenden Raum eingeht, sich einfügt, nicht aufdringlich hervorsticht, aber trotzdem als Gesamtinstallation sofort erkennbar wird, mehrere Bedeutungsebenen in sich vereint und die Ausstellung eindeutig dominiert, dabei aber bescheiden bleibt, begründete die Jury ihre Wahl.

27 von 150 Künstlern waren in engerer Wahl

Eine Entscheidung, bei der sich die Juroren, zu denen in diesem Jahr neben Stucken und Andrea Viebach vom Kunstverein auch die Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Birgit Cischek, Thomas Elsen von der städtischen Kunstsammlung Augsburg und Andreas Weinreich, der Kunstpreisträger von 2009, gehören, relativ schnell einig waren. Obwohl es sich um sehr unterschiedliche Arbeiten und keine alltägliche Kunst handle, sagte Birgit Cischek.

150 Künstler hatten sich mit Fotos ihrer Arbeiten um den mit 2500 Euro dotierten Kunstpreis beworben. 27 waren in die engere Wahl gekommen und ihre eingereichten Arbeiten sind noch bis zum 22. August in der Gewölbehalle der ehemaligen Neusa in der Flurstraße zu sehen. "Ein Ausstellungsort über den wir uns sehr freuen, ihn gefunden zu haben", sagte Andreas Stucken. Er gebe der Veranstaltung und der Ausstellung einen würdigen Rahmen. Nachdem die bisherigen Ausstellungsräume im Kreuzgratgewölbe umgebaut werden, wäre ein Aussetzen des Kunstpreises die Alternative für den Kunstverein gewesen. Bis 2001 hatte die Stadt Aichach den Preis noch regional ausgelobt. Inzwischen wird er bayernweit ausgeschrieben. "Kunst und Kultur sind wichtig", begründete Bürgermeister Klaus Habermann das Engagement der Stadt und wies auch auf die Außenwirkung, die die Preisverleihung habe, hin. "Der Kunstpreis ist ein absolutes Großereignis für die Stadt und wirkt weit über die Region hinaus." Weshalb die Stadt den Kunstpreis auch weiterhin unterstützen will. "Es hat sich viel getan, was das Renomee angeht", stimmte ihm Stucken zu.

Rund 2000 Künstler haben sich während seiner zehnjährigen Zeit als Vorsitzender des Kunstvereins beworben, etwa 400 wurden in Ausstellungen präsentiert. "Interessant war für mich die Begegnung mit jungen Künstlern." Auch die Verteilungskämpfe um die vermeintlich besten Plätze sowie die erlebte Freude über die Preise wolle er nicht missen. "Ich habe viel gesehen und gelernt. Nun ist es Zeit für mich, aufzuhören."

Ausstellung: Sie ist bis zum 22. August in der Gewölbehalle im Neusa-Gelände, Flurstraße 5 zu sehen. Öffnungszeiten sind jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung. Von Gerlinde Drexler

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