Samstag, 24. Juni 2017

20. September 2013 11:00 Uhr

Selbstversuch

Bergauf-Fahren mit breitem Grinsen

Am Aichacher Freibad werden E-Bikes verliehen. Unsere Autorin hat getestet, wie es sich anfühlt, mit den elektrischen Rädern unterwegs zu sein. Von Jaqueline Hieble

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An einem sonnigen Morgen, neun Uhr, vor den Toren des Aichacher Freibades. Die Gäste werden eingelassen. An der Kasse frage ich nach den E-Bikes, die hier verliehen werden. Bademeisterin Sophie Festl führt mich zu einer kleinen Garage. Dort schiebt sie ein Herren- und ein Damenrad aus dem kühlen Raum.

Ich selbst habe E-Bikes immer belächelt. „Wer Fahrradfahren will, der soll das machen und wer lieber ein Moped oder Ähnliches benutzen will, soll eben das tun. Aber diese Mischung ist seltsam und der Akku auf dem Gepäckträger sieht albern aus“, habe ich gedacht.

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Hier gibt es die E-Bikes

Ausleihe Die Leihfahrräder und E-Bikes werden vom Personal des städtischen Freibades (Franz-Beck-Straße 2) zu den Öffnungszeiten an der Kasse des Freibades ausgeliehen. Dafür wird eine Gebühr verlangt. Telefonische Reservierungen unter der Nummer 08251/5940 sind möglich.

Dauer Die E-Bikes können für mehrere Tage ausgeliehen werden. Diese Leistung wurde im Sommer auch verstärkt genutzt. „Manchmal war die Nachfrage so groß, dass wir zwei weitere Räder hätten gebrauchen können“, sagt die Bademeisterin des Aichacher Freibades, Sophie Festl. (jhi)

Vorm Freibad werden meine Freundin und ich kurz eingewiesen. Viel zu sagen gibt es nicht. Nur wo und wie wir die Intensität der elektronischen Unterstützung für unsere Fahrräder einstellen können. Und schon geht’s los.

Und gleich geht es schneller als geplant

Ich versuche, auf mein Rad aufzusteigen und trete dabei leicht in das Pedal. Schon setzt die elektrische Unterstützung ein und ich fahre ein wenig schneller als geplant auf das Tor des Freibades zu. Doch nach einem kurzen Zug an der Bremse, die gut funktioniert, habe ich mein Tempo wieder unter Kontrolle. Der erste Schock ist überwunden und ich habe Feuer für dieses Gerät gefangen. Wir starten unsere zweistündige E-Bike-Tour.

Natürlich stellen wir beide gleich die elektrische Unterstützung auf die höchste Stufe ein. Mit 25 Kilometern pro Stunde fahren wir nach Unterschneitbach. Anstrengend ist das nicht, auf unseren Gesichtern zeigt sich ein breites Grinsen. Meine Freundin überholt mich. Ich kann den Motor arbeiten hören. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich dieses Geräusch nicht für einen Motor halten.

Wir biegen nach rechts ab, folgen dem Schild, das uns zum Walderlebnispfad am Aichacher Grubet führt. Ein steiler Anstieg liegt vor uns. Freude bereitet sich aus: „Jetzt wollen wir doch mal sehen, wie sich ein Berg mit diesem Fahrrad bewältigen lässt.“ 20 Kilometer pro Stunde. Ohne Anstrengung. Danach fahren wir kurz über einen Feldweg, den wir bald wieder verlassen. Das Fahrgefühl auf dem Asphalt ist deutlich angenehmer.

Wir haben keine Route geplant: Sobald wir an eine Kreuzung gelangen, entscheiden wir einfach, wo wir als Nächstes hinfahren. Allerdings bevorzugen wir bei unserer Tour steile Anstiege, die wir normalerweise meiden würden.

Glücklicherweise habe ich mich für einen Pullover entschieden. Im Schatten der Bäume und im Fahrtwind ist mir ein wenig kalt. Zudem fällt die körperliche Anstrengung gering aus.

Mit dem normalen Rad könnte es zu anstrengend werden

Wir halten am Hieslinger Weiher und machen ein Foto. Dann fahren wir weiter zum Hollenbacher Ortsteil Igenhausen. Wir sind bereits mehr als eine Stunde unterwegs und beschließen, uns auf den Rückweg zu machen. Der führt über eine unbefestigte Straße, die einem Feldweg ähnlich ist. „Mit einem normalen Fahrrad möchte ich hier nicht fahren, das wäre mir zu anstrengend“, sagt meine Freundin und ich stimme zu. Wir müssen ein kurzes Waldstück durchqueren. Kein Problem. Wieder auf einer asphaltierten Straße angekommen, führt unser Weg zurück über Oberschneitbach und Unterschneitbach.

Wir fahren noch ein wenig durch das Zentrum. Über Kopfsteinpflaster zu fahren, ist auch mit einem E-Bike nicht sehr angenehm.

Schließlich sind wir wieder am Freibad. 20 Kilometer zeigt der Tacho an. Keine weite Strecke, die wir zurückgelegt haben. Mein Akku ist noch halb voll. Der meiner Freundin leer. Wir ziehen unser Fazit: Um Energie zu sparen, lohnt es sich, die Unterstützung dem Gelände anzupassen. Beim Herrenrad schaltet sich der Motor gelegentlich aus und an. Je nachdem, ob man in die Pedale tritt oder nicht. Dadurch entsteht manchmal ein Ruckeln während der Fahrt. Dennoch ist das Fahrgefühl angenehm. Gerade auf steileren Stücken ist der Elektromotor eine willkommene Unterstützung. Albern fühlt sich das Rad nicht mehr an.

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