Ein 17-jähriger Aichacher löste mit einem "Wellnessbad" einen Großeinsatz aus. Noch immer ist unklar, wie der junge Mann überhaupt aufs Gelände gelangte.

Dass beim Kühbacher Brauereifest nicht nur Bier in Maßen, sondern auch in Massen ausgeschenkt wird, ist kein Geheimnis. Und dass Schlammpackungen gut für die Haut sind, auch nicht. Einem 17-jährigen Aichacher wurde es am Samstag allerdings zum Verhängnis, als er beides um 3 Uhr morgens in der Kläranlage Kühbach kombinieren wollte. Wie jetzt bekannt wurde, nahm er dort mit 1,4 Promille Blutalkohol ein „Wellnessbad“. Auch wenn er ohne Hilfe wieder herauskam, Polizei und Feuerwehr mussten anrücken, weil sich der junge Mann nicht mehr sicher war, ob er alleine baden gegangen war.
Laut Polizeihauptkommissar Rudolf Rothhammer machte der 17-Jährige widersprüchliche Angaben. Deshalb wurde die Freiwillige Feuerwehr Kühbach verständigt, um das Gelände nach weiteren Personen abzusuchen. Ausschlaggebend sei dabei gewesen, dass das Personal des Brauereifestes von einer schreienden Frau berichtete, so Feuerwehrkommandant Hans Höss. Rund eineinhalb Stunden suchte die Feuerwehr mit Lampen und einer Wärmebildkamera die Kläranlage ab, fand aber niemanden. Auch die Anforderung von Tauchern der Berufsfeuerwehr Augsburg war im Gespräch.
Höss berichtet: „Nach Absprache mit der Polizei haben wir das aber für unnötig befunden.“ Wieso sich der junge Mann eines der drei Klärbecken ausgesucht hatte, bleibt für Höss unklar: „Wäre er nur in das vierte Becken, den Weiher, gegangen, der wäre wenigstens sauber gewesen.“ Wie der Aichacher überhaupt auf das durch einen zwei Meter hohen Zaun geschützte Gelände gekommen war, konnten sich weder Polizei noch Feuerwehr erklären.
Rothhammer spricht von „ungeahnten Kräften“, die der Alkohol freigesetzt habe. Diese brauchte der 17-Jährige womöglich auch bei der anschließenden elterlichen Standpauke. Die Polizei ließ den Badegast nämlich von seinem Vater an Ort und Stelle abholen. Weitere Konsequenzen hat sein Ausflug wohl nicht. Der Feuerwehreinsatz werde ihm nicht in Rechnung gestellt und auch der Markt Kühbach habe bis jetzt keine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs gestellt. (nbr)
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