Die Liebhaber des Chiemgauer Volkstheaters strömten in Scharen in die Aichacher TSV-Halle. Schließlich wollten sie die aus dem Fernsehen bekannten Bühnenprofis einmal hautnah zu erleben. Der Dreiakter "Die Schwindelnichte" kam beim Publikum an. Von Carmen Kreutmeier

"Grantlhuber" und "Schneegans"
Das Ehepaar Julie und August Sedlmaier - gespielt von den Altmeistern der Bühne Mona Freiberg-Helfrich und Egon Biscan (Regie), auch bekannt aus dem Fernsehen als der "Meister Eder mit seinem Pumuckl" - hat sich in 30 Jahren kinderloser Ehe ziemlich auseinander gelebt. Sie bezeichnet ihn als alten "Grantlhuber", der aussieht wie ein Hund mit Staupe, er sie als geldgierige "Schneegans". Gestritten wird lautstark darüber, wessen Nichte die bessere ist. Augusts Nichte Resi (Silke Popp) lebt im Hause und ist ziemlich altbacken und naiv. Dennoch will sie den Pächter Hans Engel (Tom Mandl), den August für sie auserkoren hat, keinesfalls heiraten: Sie mag viel lieber den gleichermaßen naiven und tollpatschigen Postbeamten Ulrich Hasenknopf, mit seiner einzigartigen Mimik vollendet gespielt von Flo Bauer.
Die hübsche Mausi springt ein
Julies Nichte Ada kennen alle nur von einem Babybild an der Wand. Sie soll nun endlich zu Julies Geburtstag kommen. Als sie aber absagt, nimmt der Schwindel seinen Lauf. Die bildhübsche Mausi (Kristina Helfrich), Hans' Geliebte, übernimmt ihre Rolle. Eingeweiht ist nur Julie, weil sie es ihrem alten Zankbart endlich einmal zeigen will.
Mausi entpuppt sich als "Vermittlungsnanny", die Resi vom Aschenbrödel zum blitzsauberen Dirndl ummodelt, der Julie einen Kleidungstipp in himmelblauem Seidenglanz gibt und den August so eifersüchtig macht, dass dieser eine komplette Flasche Cognac mit Hans und danach mit Ulrich leert, so dass alles aus dem Ruder zu laufen droht. Vertauschte Geschenke wie der knallrote Spitzentanga-Slip für Resi und eine kaputte Vase, überbracht vom stotternden Kaufhausboten Huber (Waldemar Wichlinski), und jede Menge Verwechslungen und Eifersüchteleien ließen kaum noch Hoffnung auf Schlichtung. Am Ende kamen dann aber doch alle drei Paare (wieder) glücklich zusammen, nachdem der Betrug mit der Schwindelnichte gebeichtet und alle Missverständnisse aufgeklärt wurden.
Mit viel Schwung und Professionalität spielte das Ensemble die Geschichte und sorgte mit reichlich Witz und Wortspielen für Lacher und verdienten tosenden Applaus.
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