Montag, 11. Dezember 2017

09. November 2017 14:03 Uhr

Sitzung

Debatte um neuen Waldkindergarten in Handzell

Einrichtung könnte in Holzhaus untergebracht werden. Räte halten zu viele Fragen für ungeklärt und fordern Ortstermin

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Der Pöttmeser Marktgemeinderat hatte sich bereits im Mai für die Planung eines Waldkindergartens ausgesprochen. Doch zu viele Fragen nach dem Wie sind im Moment noch offen.

von Nicole Simüller

Pöttmes Mit deutlicher Mehrheit hatte sich der Pöttmeser Marktgemeinderat im Mai für die Planung eines Waldkindergartens ausgesprochen. Doch als das Thema am Dienstag erneut auf die Agenda kam und Peter Fesenmeir vom Bauamt um eine schnelle Entscheidung für das ins Auge gefasste Grundstück in Handzell bat, weil der Waldkindergarten möglichst im September starten soll, traten die Räte auf die Bremse. Dass der Kindergarten kommen soll, war für sie unstrittig. Doch zu viele Fragen nach dem Wie waren in ihren Augen offen. Fesenmeir rechnet nach eigenen Angaben mit Kosten von 20000 Euro plus Planungskosten.

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CWG-Fraktionssprecher Erich Poisl stellte klar, dass seine Fraktion zu ihrem Beschluss von vor einem halben Jahr stehe. Er plädierte jedoch dafür, das Thema vorübergehend einem der Ausschüsse zu übergeben, um in kleinerer Runde Details zu klären. Dem schloss sich später die gesamte Runde an, sie übertrug die Sache dem Marktentwicklungsausschuss. Auch einen zweiten Vorschlag Poisls griff sie auf: Es wird einen Ortstermin für die Gemeinderäte in einem bestehenden Waldkindergarten geben. Mirko Ketz (CSU) bemängelte in diesem Zusammenhang, dass er als Fraktionssprecher nicht zu entsprechenden Infoterminen vor der Sitzung eingeladen worden sei. Die Gemeinderäte wollen sich nun zusammen anschauen, wie die Betreuung in einem existierenden Waldkindergarten abläuft. Und sie wollen ein leer stehendes Holzhaus in Handzell besichtigen, das sich nach ersten Erkenntnissen eignen würde.

Poisl hatte beides erst gar nicht abgewartet, sondern sich selbst auf den Weg gemacht. Er berichtete von dem „relativ großen Gebäude“ in Handzell und der Kühbacher Einrichtung im Waldstück „Holzberg“ zwischen Kühbach und Rapperzell (Schiltberg). Dort würden in einer Gruppe 19 Kinder betreut. Ihr stehe zwar ein Container zur Verfügung, doch „alles spielt sich im Wald ab“. Die Mittel seien sehr einfach. So brächten beispielsweise die Eltern täglich frisches Wasser mit, weil es keinen Wasseranschluss gebe.

An dem anvisierten Grundstück in Handzell gibt es laut Bürgermeister Franz Schindele Strom und Wasser. Der größte Kostenfaktor werde die Abwasserentsorgung sein. Denn die bisherige Versitzgrube an dem leer stehenden Gebäude ist nicht mehr zulässig. Stattdessen sei eine Kleinkläranlage erforderlich, kündigte Schindele an. Alwin Wagner (CWG) trieb die Sorge um, ob das vorgesehene Areal groß genug ist. Fesenmeir sagte, zwei Drittel des 6000-Quadratmeter-Grundstücks seien nutzbar. Damit stehe den Kindern wesentlich mehr Fläche zur Verfügung als vorgeschrieben.

Er versuchte auch, Bedenken der Zweiten Bürgermeisterin Sissi Veit-Wiedemann (CSU) zu zerstreuen. Sie hatte gefordert, das Landratsamt solle das Haus überprüfen, welche Umbauten für den Kindergarten nötig seien, um eventuelle Mehrkosten zu klären. Veit-Wiedemann nannte als Beispiele sichere Treppengeländer oder Vorrichtungen zum Fingerschutz. Fesenmeir beruhigte, die Auflagen seien bei einem Waldkindergarten weitaus weniger streng als bei einer herkömmlichen Einrichtung. Allerdings muss noch geklärt werden, ob die Nachbarn mitziehen und sich die Kinder bei ihren Unternehmungen auch auf deren Waldgrundstücken aufhalten dürfen. Die Gemeinde will nun Kontakt mit ihnen aufnehmen.

Obwohl die Gemeinde erst heuer das Kinderhaus Klapperstorch in Betrieb nahm, braucht sie nach aktueller Zahlenlage bald einen neuen Kindergarten. Fesenmeir betonte: „Unsere Kindergärten sind bis Anschlag voll.“ In den insgesamt fünf Betreuungseinrichtungen werden derzeit 338 Kinder betreut, elf Restplätze gibt es. Schindele betonte, sie seien wichtig, um Zuzüge aufzufangen. Davon gibt es aufgrund der neuen Baugebiete viele, seit 2012 steigen die Geburtenzahlen.

Mirko Ketz kritisierte, die Prognosen, die die Gemeinde vor dem Bau des „Klapperstorchs“ zur Entwicklung der Kinderzahlen in den nächsten 20 Jahren erstellt habe, seien jetzt schon überholt. Er forderte eine neue Prognose über die nächsten zehn Jahre, „damit wir frühzeitig reagieren können“. Der Bürgermeister sicherte zu, die Zahlen in den Jahresbericht der Gemeinde aufzunehmen.

Der Waldkindergarten in Handzell wäre der vierte im Landkreis. Bislang gibt es Waldkindergärten in Kühbach, Blumenthal (Aichach) und Friedberg. »Kommentar

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