Schon am frühen Morgen erwarten Pfarrer, Bürgermeister, Vereine und Ehrengäste Dr. Konrad Zdarsa vor dem Pfarrhof. In der Wallfahrtskirche wird das Pontifikalamt gefeiert



Inchenhofen In kurzen Abständen schaut Dekan Stefan Gast im Inchenhofener Pfarrhof aus dem Fenster: Am gestrigen Sonntag warten am frühen Morgen nicht nur die Vereine auf Diözesanbischof Dr. Konrad Zdarsa vor dem Pfarrhof. Auch der Dekan will seinen Chef natürlich nicht verpassen. Ansonsten verspürt Gast „die normale Aufregung an diesem Fest. Ich hoffe, dass alles klappt.“
Die Feierlichkeiten zum Leonhardifest sind in der Marktgemeinde immer ein besonderes Ereignis. Bereits am frühen Morgen eilen Abordnungen aller Vereine und Institutionen mit dem Bürgermeister zum Pfarrhof, um den Diözesanbischof zu empfangen und dann gemeinsam zum Gotteshaus zu ziehen.
Als Bischof Dr. Konrad Zdarsa am Pfarrhof vorfährt, bläst eine Blaskapelle einen schneidigen Marsch. Erwartet wird er auch von Bürgermeister Karl Metzger, Regierungsvizepräsident Josef Gediga, Altlandrat Dr. Theo Körner, Landrat Christian Knauer und dem Landtagsabgeordneten Reinhard Pachner und mehreren Geistlichen. Keiner wollte die Ankunft des Bischofs verpassen. Zdarsa begrüßt die Wartenden mit Handschlag und sucht das Gespräch mit den Leuten.
Besonders angetan haben es dem Bischof die bayerischen Trachten und die Kinder, die ohne Scheu seine Hand schütteln. Jutta Märdauer muss dem Bischof auch gleich die schönen Trachten erklären. Auf die Frage, ob er sich beim Leonhardiritt in den Sattel schwingen will, erzählt der Bischof: „Eigentlich bin ich ein Pferdefreund und in meiner Kindheit durfte ich schon mal reiten, aber heute ziehe ich die Kutsche vor. Ich weiß, der Losinger ist geritten, aber der ist ja noch jünger.“
Beeindruckt ist auch Regierungsvizepräsident Josef Gediga, der in Inchenhofen die bayerische Staatsregierung vertritt: „Ich bin bewegt von den vielen Trachten und wie hier im Ort das Brauchtum gepflegt wird“.
Bürgermeister Karl Metzger versteht den Besuch des Diözesanbischofs in der Marktgemeinde zum Festtag des großen bayerischen Bauernheiligen Leonhard als eine besondere Ehre. „Sie erleben heute als Bischof unserer Diözese erstmals unseren Ort“, sagt er beim Empfang am Pfarrhof an den Bischof gewandt: „Sie werden dabei erkennen, dass bei unserem Leonhardifest die Verbindung von christlichem Glauben und guter Brauchtumspflege besonders sichtbar ist.“
Der Bürgermeister betont, dass man das Vermächtnis der Vorfahren erhalten und weiter pflegen wolle. Es sei eine enorme Leistung der vielen fleißigen Helfer des Leonhardiritts, dass das Fest reibungslos über die Bühne geht. Landrat Christian Knauer verspricht Zdarsa: „Sie werden heute etwas erleben, was Sie ermuntern wird, für Ihre weitere Arbeit in der Diözese.“
Nach dem festlichen Einzug in die altehrwürdige Wallfahrtskirche feiert Pfarrer Stefan Gast gemeinsam mit dem Bischof das Pontifikalamt. „Unsere Wallfahrt hat Tradition, heute ist bereits am Morgen ein ganzer Bus mit Pilgern aus Franken angereist“, sagt Gast.
Brauchtum nicht nur pflegen, sondern auf Wurzeln hinweisen
Bischof Konrad erinnert in seiner Predigt daran, dass er nun fast ein Jahr im Amt ist. „Als ich vor dem Diözesanrat stand, habe ich Rede und Antwort stehen müssen. Was ich damals vor dem Rat sagte, dazu stehe ich. Mir wurden wichtige Themen zur Leitung des Bistums vorgegeben“, sagt der Bischof mit Nachdruck.
Zum bayerischen Brauchtum meint Bischof Konrad, der von Görlitz nach Augsburg kam: „In Bayern wird das Brauchtum gepflegt. Aber wichtig ist es auch, dass man nicht nur pflegt, sondern auch auf die Wurzeln hinweist.“ In seiner Festpredigt ging er besonders auf den Heiligen Leonhard ein, der in Bayern hoch verehrt wird.
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