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17. Juli 2009 19:30 Uhr

Imkerei

Die Honigfabrik im eigenen Garten

Wer in Georg Steppers Garten steht, vermutet nicht, dass hier im Sommer 40- bis 60 000 Untermieter leben. Auf engstem Raum sind sie zusammengedrängt, ihr Dasein spielt sich hauptsächlich in stapelbaren, platzsparenden Holzkisten ab. Von Nadja Aswad

Der 54-Jährige bezeichnet sich als "Naturfreak", zur Imkerei sei er über seinen Vater gekommen. Im Alter von elf Jahren habe er sich erstmals mit den kleinsten Nutztieren der Welt beschäftigt. Heute ist er Vorstandsvorsitzender des Imkervereins Sielenbach und lernt zurzeit drei junge Imker an. Diese müssten vor allem Spaß an der Arbeit mit den Tieren haben, sagt er.

Und eine Vorstellung von der perfekten Biene hat der Werkzeugmacher auch: "Sanftmütigkeit ist das A und O bei einem Bienenvolk", schildert der Imker und demonstriert das sogleich am lebenden Objekt. Bekleidet mit knielangen Shorts und Kurzarmhemd betritt Stepper einen umfunktionierten Bauwagen in seinem Garten. Dort leben zehn seiner Bienenvölker. Angst vor Stichen habe er nicht, versichert er: "Meinen Schutzanzug trage ich normalerweise nie." Um die Bienen zu beruhigen, bläst Stepper mit einer sogenannten "Imkerpfeife" dichte Rauchschwaden in den Bauwagen und die zeigen Wirkung. Als Stepper eine der Holzkisten öffnet und eine Wabe herausnimmt, auf der unzählige Bienen krabbeln, bleiben diese ganz ruhig. Ein paar schwirren gemächlich um Stepper herum, doch sein Eindringen stört sie weiter nicht.

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Mit der Wabe in der Hand erzählt er von den Aufgaben eines Imkers: "Die Bienen halten einen das ganze Jahr über auf Trapp, mit ihnen hat man immer Arbeit. Man muss ab dem Frühjahr regelmäßig nach den Völkern schauen, ihre Kästen aufstocken, die Waben sortieren und sie dann einschmelzen", schildert er. Außerdem züchte er neue Königinnen für die Bienenvölker. Die Kästen in denen die Bienen leben, hat er selbst gebaut. Sie werden "Magazin" genannt. Und manchmal müssen sie wegen Überfüllung geschlossen werden: "Wenn die Bienenvölker zu stark werden, muss man sie teilen", berichtet Stepper, "sonst schwärmen sie aus und suchen ein neues Heim." Damit die Bienen nicht zusammen mit ihrer Königin ausfliegen, sortiert er rechtzeitig seine Völker. "Die jungen werden von den ältere Tieren getrennt und bekommen eine neue Königin." Die wählt das Volk nicht immer selbst aus. "Man entnimmt die Maden des Volkes aus dem Magazin und setzt ihnen bestimmte Maden vor, die man vorher ausgewählt hat. "Am besten solche aus sanftmütigen Völkern", weiß er. Die neuen Maden werden dann von den Bienen aufgezogen, eine von ihnen Gelée Royale zur Königin aufgepäppelt.

18 Bienenvölker leben im Wald

Doch nicht alle Bienen leben in Steppers Garten: 18 Völker hat der Imker in den Wald ausgegliedert. "Die Bienen sammeln dort Blüten von Fichten, Tannen und Eichen. Wenn die Waben voll sind, hole ich sie aus den Magazinen und fülle den Honig ab." Dafür müssen die Waben "entdeckelt" werden. Mit einem Schaber wird die weißen Wachsschicht, mit der die Honigwaben von den Bienen verschlossen worden sind, entfernt. Danach werden die Waben in eine Schleuder eingespannt. Durch die Fliehkraft wird der Honig herausgeschleudert und läuft unten durch einen Zapfhahn hinaus. "Jedes Bienenvolk produziert zwei bis drei Eimer Honig", sagt Stepper. In einem Jahr gewinnt er so 25 bis 35 Kilogramm.

Bevor er den Honig in Gläser abfüllt, prüft er den Wassergehalt. "Wenn er zwischen 15 und 17 Prozent liegt, ist der Honig reif. Dann kann die Wabe geleert werden." Die alten Waben schmelzt Georg Stepper ein und fertigt daraus Kerzen und neue Waben. Auf dem Sielenbacher Weihnachtsmarkt verkauft er dann die Kerzen, den Honig und selbst gemachten Met. Im Winter, wenn die Bienenvölker nicht mehr aktiv sind, geht es in Steppers Garten ruhiger zu: Dann hat er nur noch 10- bis 15 000 Untermieter.

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