Samstag, 25. März 2017

26. September 2008 19:45 Uhr

Durch Schwert und Pest ausgerottet

Wer mit dem AVV-Bus von Hollenbach oder Griesbeckerzell oder auch von Pöttmes aus nach Augsburg fahren will, der kennt ihn: den Bus-Knotenpunkt Iglbach. Hier hat sich der Name eines Ortes in unsere Zeit gerettet, von dem das Buch "Der Altlandkreis Aichach" schreibt. Von Martin Golling

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Von Martin Golling

Affing-Iglbach. Wer mit dem AVV-Bus von Hollenbach oder Griesbeckerzell oder auch von Pöttmes aus nach Augsburg fahren will, der kennt ihn: den Bus-Knotenpunkt Iglbach. Hier hat sich der Name eines Ortes in unsere Zeit gerettet, von dem das Buch "Der Altlandkreis Aichach" schreibt: "Der Ort scheint früher einmal größer gewesen zu sein."

Dass der Weiler zumindest ökonomisch eine große Bedeutung hatte, das sieht jeder, der den Ort auch nur mit dem Auto auf der Staatsstraße 2035 passiert, denn noch immer zeugen imposante landwirtschaftliche Gebäude von der einstigen Größe. Allerdings zeigen sie sich in gefährlich marodem Zustand, und im März 2007 verschwand auch das ehemalige Langhaus, nachdem der Dachstuhl spektakulär eingebrochen war, für immer aus der Silhouette des kleinen Affinger Ortsteils. "Unser Ort war früher größer", ist sich auch Erika Pfleger sicher. Sie ist eine von derzeit etwa 45 Bewohnern Iglbachs, dort geboren und aufgewachsen - und sie hat sich mit der Geschichte ihres Ortes auseinandergesetzt. "Drüben im angrenzenden Feld kann man eine scharfe, rechteckige Kontur erkennen, wenn beispielsweise Gerste reift. Das wäre sicher eine interessante Sache für Luftbildarchäologen", mutmaßt Erika Pfleger. Sie ist eine geborene Fischer und ihre Großeltern stammen aus dem Anwesen beim "Bod".

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Früher lag dieser zum Weiler Iglbach gehörende Hof weit vor Affing, heute hat ihn die Siedlung von Affing her eingeholt. Seit etwa 1890 betrieb diese Familie ein Sägewerk und ein Fuhrunternehmen (deshalb: Bod = Bote). "Iglbach hatte früher einen eigenen Pfarrherrn, einen Friedhof und eine Ziegelei. Man sagt, die Affinger seien von Iglbachern regiert worden", so Erika Pfleger. Vehement beklagt sie, dass "kein Stein, kein Kreuz und keine Gedenktafel an den einst so geschichtsträchtigen Weiler Iglbach" erinnert, doch dies soll sich ja in absehbarer Zeit ändern. Zumindest stimmte der Gemeinderat Affing einem entsprechenden Antrag zu.

Eng verbunden mit der Hofmarksgeschichte Affing ist auch die des Igelhofes im Weiler Iglbach. Diesen bewohnte ein edles Geschlecht, die Igelbacher; einer von ihnen war um 1126 bis 1279 Diepolt von Igelbach. Schon im 12. Jahrhundert gab Ebo von Igelbach Besitz im Ort an das Kloster St. Ulrich und Afra in Augsburg. 1391 wird noch eine Hube im Besitz dieses Klosters genannt. Der bayerische Herzog hatte um 1280 zwei Höfe in Igelbach. Wahrscheinlich haben die Hofmarksherren mit der Zeit auch die Hube des Reichsstiftes St. Ulrich zu ihrem Besitz erworben. Um 1350 lebte dort Heinz von Igelbach, 1359 Hans von Igelbach, Pfarrer zu Affing, der von 1385 bis 1409 als Stiftsdekan in St. Moritz in Augsburg sowie von 1406 bis 1409 als bischöflicher Generalvikar in den kirchlichen Annalen geführt ist.

Spätere Vertreter der Iglbacher sind Heinrich der Alt Igelbäck und Heinrich, sein Sohn. Die letzte Namensträgerin, Margaretha, wird noch 1427 genannt. Sie vererbte den Besitz an ihren Enkel Hans Ödenberger, der den Sitz 1434 aus Geldnot an den Wasserburger Pfleger Engelhard Marschall zu Affing verkaufte. Seitdem blieb Iglbach mit Affing verbunden.

Gänzlich ausgerottet

"Das Dorf Iglbach wurde im 30-jährigen Krieg durch Schwert und Pest gänzlich ausgerottet", hat die Iglbacherin Erika Pfleger recherchiert. Es wurde danach durch den damaligen Hofmarksherrn, Johann Baptist Freiherrn von Leyden, neu erbaut. Den Gutshof bauten ab 1720 die "Englischen Fräulein" von Augsburg wieder auf. 1816 verkaufte Graf Maximilian Anton von Leyden die Hofmark Affing an Karl Ernst Graf von Gravenreuth, Regierungspräsident zu Augsburg. Mit diesem Kauf erwarb Gravenreuth auch die Ländereien und die Gebäude des Iglhofs.

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