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13. April 2010 19:18 Uhr

Rehling

Elefantengras soll künftig für wohlige Wärme sorgen

Eine neue Energiequelle zum Heizen wächst seit einiger Zeit auch in der Gemeinde Rehling heran. Zwei Landwirte, Jakob Rieger aus Au und Andreas Lechner aus Kagering, setzen auf Elefantengras, auch Chinaschilf oder Miscanthus genannt. Es soll als Alternative zu Hackschnitzeln und Öl für wohlige Wärme in der Stube sorgen. Von Josef Abt

Eine neue Energiequelle zum Heizen wächst seit einiger Zeit auch in der Gemeinde Rehling heran. Zwei Landwirte, Jakob Rieger aus Au und Andreas Lechner aus Kagering, setzen auf Elefantengras, auch Chinaschilf oder Miscanthus genannt. Es sind momentan zwar noch kleine Flächen, auf denen der Versuchsanbau läuft, doch vielleicht wird man sich in einigen Jahren an dieses bis zu vier Meter hohe Gras gewöhnt haben. Es soll als Alternative zu Hackschnitzeln und Öl für wohlige Wärme in der Stube sorgen.

Elefantengras kommt ursprünglich aus China, Japan, Korea oder Taiwan. Der Anbau ist in unseren Breiten problemlos in Maisanbaulagen bis etwa 700 Meter über dem Meeresspiegel möglich. Die Vermehrung erfolgt mit Setzlingen, welche aus den Stöcken der abgeernteten Felder gewonnen werden. Die Wurzeln werden ab Anfang Mai im Abstand von etwa einem Meter gesetzt. Das heißt, man benötigt 10 000 Stück je Hektar.

Die Pflanze wird im ersten Jahr etwa 70 Zentimeter hoch, im zweiten Jahr bereits zwei bis drei Meter. Die Blätter fallen im Winter ab. Im dritten Jahr werden nur die getrockneten Halme geerntet. Die Ernte erfolgt normalerweise im April und Mai mit Maishäcksler.

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Der Ernteertrag liegt im dritten Jahr bei etwa 15 Tonnen je Hektar Trockenmasse. In den Folgejahren, bei ausgewachsener Pflanzenhöhe, können es bis zu 18 Tonnen je Hektar sein. Ein Hektar Elefantengras kann rund 6000 bis 7000 Liter leichtes Heizöl ersetzen. Die Pflanze treibt jedes Jahr wieder aus, ohne Düngung und Spritzmittel, und kann rund 20 Jahre genutzt werden.

Ernte mit dem Maishäcksler

Dieser Tage nun ist am Feld von Jakob Rieger in Au erstmals der Maishäcksler vorgefahren - für diese Jahreszeit eigentlich ein ungewöhnlicher Einsatz. In kürzester Zeit war das Elefantengras vom knapp ein Tagwerk großen Versuchsfeld auf den Anhänger gehäckselt. Die gehäckselte Ware wird Holzhackschnitzeln beigemischt, die damit "gestreckt" werden. Das ist besonders für diejenigen Heizungsbesitzer interessant, die keinen oder nur wenig Wald haben und das Holz zukaufen müssen.

Andreas Lechner aus Kagering wird wohl in den nächsten Tagen sein rund einen Hektar großes Feld mit Elefantengras "ernten". Bei ihm ist es bereits der zweite Schnitt. Diese Wurzelstöcke sind schon weiter ausgebildet, die Halme bis zu vier Meter hoch. Auch im Lechner-Hof wird diese Häckselware den herkömmlichen Holzhackschnitzeln beigemischt und hat sich bereits bestens bewährt, so Lechner.

Das Elefantengras kann aber nicht nur als lose Ware verbrannt werden. In manchen Regionen wird es schwerpunktmäßig zu Pellets und Briketts verpresst. Dadurch wird es einerseits verdichtet, andererseits wird das Volumen verringert - wichtig für die gesamte Logistikkette bis hin zur Lagerung beim Endverbraucher. Auch die Verbrennungstechnik wird weiter optimiert.

Alternative zum Heizöl

Verfechter dieses neuen, nachwachsenden Rohstoffs sind davon überzeugt, dass das bis zu vier Meter hohe Gras bald aus seinem Schattendasein auf dem Energiemarkt herauskommen und dem Heizöl Marktanteile abnehmen wird.

Für Landwirte könnte sich dadurch eine zusätzliche Einnahmequelle erschließen: Diese Energie kann nicht nur selbst verheizt, sondern auch vermarktet werden. Neben der hohen Wertschöpfung sehen die Landwirte, die so zu "Energiewirten" werden, einen weiteren Vorteil: Im Gegensatz zu Mais und Getreide werden hier keine Nahrungspflanzen für die Kraftstoffproduktion angebaut. Josef Abt

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