Donnerstag, 24. April 2014

21. Mai 2012 12:05 Uhr

Lesung

Engel in jeder Lebenslage

Sonderveranstaltung von Stadtmuseum und Kunstverein. Lyriker Werner Vogt stellt Texte zu Engelbildern von Paul Klee vor Von Manuela Rieger

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Aichach Der Dichter Werner Vogt steht dem Bildmeister Paul Klee in keiner Weise nach. Klar, leicht, spielend und doch eigenständig schweben diese Gedichte an und stellen sich ganz selbstverständlich auf den harten Alltagsboden. Das macht Staunen und begeistert. So erlebt in einer Sonderveranstaltung von Stadtmuseum und Kunstverein, bei der der Münchner Psychotherapeut und Lyriker Vogt Texte zu Klees Engelbildern vorstellte.

Der in der Schweiz geborene und viele Jahre in Deutschland lebende Künstler Klee hat viele Engelbilder gezeichnet, und das ganz anders als gewohnt. Diese erinnern an Kinderzeichnungen oder frühe Felsmalereien. Die Engel sind nicht fertig oder erhaben, es fehlen der Lichtglanz und die göttliche Würde, die in alten Engeldarstellungen oft zu finden sind.

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Abstraktes Bild eines Engels im Werden

Ein Maler und Zeichner, der vielleicht durch seine Krankheit einen persönlichen Zugang zu Engeln fand, bis zum Angelus novus, der Walter Benjamin ins Exil begleitete. Klee erfand die Engel neu mit dem abstrakten Bild eines Engels im Werden, in dem Kreuz, Kreis und Dreieck die bestimmenden Bildelemente sind. Schließlich begegnen wir jenen wunderbaren Engeln, die Klee zu liebenswerten, uns nahestehenden Wesen werden lässt wie den vergesslichen Engel. Der Künstler hatte wohl Freude daran, seine Engel ganz menschlich zu zeichnen. So gibt es einen vergesslichen, einen zweifelnden oder einen weinenden Engel. „Hoffte so sehr, mich als Schmetterling zu entpuppen, befürchte aber, bin jetzt ein Raupenengelchen“, lautet der Vers von Vogt zu diesem Bild.

Engel der Hoffnung strahlt Ruhe aus

Der Engel voller Hoffnung schaut nach oben. Er hat ein freundliches Gesicht. Er nimmt ganz wach wahr, was geschieht. Nichts ist zu sehen von Verbitterung oder Härte. Seine Flügel – oder sind es Arme? – zeigen nach oben. Betet er vielleicht? Vogt muss diese kleinen Engel immer wieder anschauen. Er würde sie am liebsten fragen, was sie gerade denken. Dieser Engel der Hoffnung strahlt Ruhe und Stille aus. Sein Mund ist nicht geöffnet – nur ein kurzer Strich. Vielleicht ist alles gesagt. Vielleicht sind jetzt Worte nicht angebracht. Vielleicht drückt die Stille mehr Hoffnung aus als viele Worte, die überdecken sollen, wie schwer es manchmal in der Welt ist.

Vogt-Gedichte und Klee-Bilder gibt es in zwei Engel-Büchern. Sie erfreuen Augen und Seele gleichermaßen, ein zauberhafter Begleiter in allzu oft engelferner Zeit.

Werke Die erste Ausgabe von Vogts Gedichtband mit den Engeln von Paul Klee „engelsam“ erschien 2006, weitere Gedichte zu anderen Engelbildern von Klee folgten 2010: „Engel vom Stern“. Beide Bücher erscheinen in der Edition Toni Pongratz.

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