Die rumänische Mutter des Pöttmeser Findelkinds Christian kann aufatmen. Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat das Verfahren gegen sie wegen des Verdachts der Kindsaussetzung eingestellt.

Der leitende Oberstaatsanwalt erläuterte auch, warum keine Aussetzung vorliegt. Der Frau habe nicht nachgewiesen werden können, dass sie ihr Baby absichtlich einer konkreten Gefahr ausgesetzt habe. Es habe auch kein Risiko einer schweren Gesundheitsschädigung bestanden. "Die Frau hat beteuert, dass sie ihrem Kind keinesfalls schaden wollte. Deshalb habe sie das Baby ja in eine Kirche gebracht, es in T-Shirts eingewickelt und die Krippe mit kleinen Teppichen zugedeckt", erklärte Nemetz. Das Kind sei beim Auffinden zwar leicht unterkühlt gewesen, aber sonst wohlauf, so Nemetz.
Wie mehrfach berichtet, hatte die 38-jährige Mutter den Buben wenige Wochen vor Weihnachten in die Krippe der Pöttmeser Pfarrkirche gelegt. Dort war er kurz darauf von Pfarrer Thomas Rein gefunden worden. Das Findelkind löste anschließend ein großes Medieninteresse aus.
Der kleine Christian lebt laut Eberhard Krug, Leiter des Jugendamts, derweil weiter bei einer Pflegefamilie im Wittelsbacher Land. Wie berichtet, ist er durch eine Organfehlbildung stark behindert, was eine spätere Adoption unwahrscheinlich macht. Die Mutter will das Kind nicht zu sich nehmen, da sie seine ärztliche Betreuung in Rumänien nicht sicherstellen könne. "Wir arbeiten derzeit eine Reihe von Untersuchungen im Klinikum Augsburg ab", berichtet Krug. Diese würden bis Juni dauern. Bis dahin werde Christian auf jeden Fall bei seiner Pflegefamilie bleiben, die ihn ins Herz geschlossen habe. "Außerdem bemühen wir uns um einen rumänischen Pass für ihn", erzählt Krug.
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