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03. August 2011 07:00 Uhr

Justiz

Frau mit 79 Messerstichen getötet: Ehemann wegen Mordes angeklagt

Tat geschah im März in Aichach. Beschuldigter soll mit drei Messern und Fleischgabel auf getrennt von ihm lebende Frau losgegangen sein. Zwei Kinder des Paares erlebten Tat mit

In diesem Haus in Aichach spielte sich das Familiendrama ab.
Foto: Archivfoto: ech

Aichach Nach dem gewaltsamen Tod einer 44-Jährigen in Aichach hat die Staatsanwaltschaft Augsburg Anklage wegen Mordes gegen den 47-jährigen Ehemann der Frau erhoben. Er ist laut Staatsanwaltschaft dringend verdächtig, seine Frau erstochen zu haben. Mit drei Küchenmessern und einer Fleischgabel soll der Ehemann 79 Mal auf seine getrennt von ihm lebende Frau eingestochen haben, bis sie verblutete.

Die Tat geschah, wie berichtet, am 13. März in einem Wohnblock an der Ludwig-Thoma-Straße in Aichach. Wann die Hauptverhandlung vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Augsburg stattfindet, steht noch nicht fest. Der 47-Jährige, der italienischer Staatsangehörige ist, sitzt seit der Tat in Untersuchungshaft. Nachdem seine Ehefrau, die ebenfalls aus Italien stammt, Anfang März aus der gemeinsamen Wohnung in Aichach ausgezogen war, lebte er nach Angaben der Staatsanwaltschaft alleine mit den drei Kindern im Alter von zehn, 14 und 18 Jahren in der Wohnung an der Ludwig-Thoma-Straße.

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Mann stach so heftig auf Frau ein, dass zwei Messer abbrachen

Als seine Frau ihm am Sonntag gegen 16.50 Uhr die beiden jüngeren Kinder nach einem Wochenendbesuch zurückbrachte, soll er die 44-Jährige unter einem Vorwand in die Wohnung gelockt und hinter ihr die Eingangstür versperrt haben. Das massive Küchenmesser mit einer 21 Zentimeter langen Klinge, mit dem er danach unvermittelt auf seine Frau in Tötungsabsicht losgegangen sein soll, lag laut Staatsanwaltschaft schon bereit. Der Mann soll so heftig zugestochen haben, dass das Messer abbrach. Anschließend soll der 47-Jährige zwei weitere Messer mit elf und 21 Zentimeter langen Klingen sowie eine Fleischgabel aus der Küche geholt und damit weiter so heftig auf die Frau eingestochen haben, dass auch eines dieser beiden Messer abbrach. 79 Stiche zählten die Ermittler am Körper der Frau.

Als sie sich nicht mehr rührte, soll ihr Ehemann sie in die Badewanne gelegt, Wasser eingelassen, einen Fön in die Steckdose gesteckt und ins Wasser geworfen haben. Die Frau verstarb infolge der 79 Messerstiche an äußerlichem und innerem Verbluten. Die beiden jüngeren Kinder erlebten die Tat in der Wohnung mit, das älteste der drei war außer Haus. Ein Mitbewohner des Wohnblocks, der Schreie aus der Wohnung gehört hatte, verständigte um kurz vor 17 Uhr die Polizei. Wie Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai auf Nachfrage mitteilte, rannte der Zeuge zu der Wohnung des italienischen Ehepaares, um zu helfen. Als er jedoch mitbekam, dass dort hinter der versperrten Tür eine grausige Gewalttat geschah, zog er sich zur eigenen Sicherheit zurück. Die Beamten fanden die Frau leblos und blutüberströmt im Bad. Der beschuldigte Ehemann ließ sich am Tatort widerstandslos festnehmen. Bei den Befragungen durch die Polizei räumte er den Tatvorwurf im Wesentlichen ein.

Beschuldigter gönnte Frau nach Trennung keinem anderen Mann

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 47-Jährige die Tötung seiner Frau geplant hat, weil er die Trennung nicht akzeptieren wollte und seine Frau keinem anderen Mann gönnte. Damit sieht die Staatsanwaltschaft laut Nickolai das Mordkriterium der niederen Beweggründe als erfüllt an. Außerdem geht sie aufgrund des bereit gelegten Messers und des unvermittelten Angriffs, sobald die Frau in der Wohnung war, vom Mordmerkmal der Heimtücke aus. Das Strafgesetzbuch sieht für Mord lebenslange Freiheitsstrafe vor. »Bayern Seite 4

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