Freitag, 23. Februar 2018

16. Januar 2014 06:00 Uhr

Planung

Für Windpark im Blumenthaler Forst wird regionales Projekt gegründet

Energiebauern stellen Bauanträge für sechs Standorte auf den Konzentrationsflächen der Kommunen Aichach, Dasing und Sielenbach. Davon sollen alle profitieren.

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Auf Landesebene sorgt die Windkraft-Diskussion gerade in dieser Woche für politische Turbulenzen. Im Herzen des Wittelsbacher Lands geht ein zweites konkretes Windpark-Projekt im Landkreis nach dem Standort Erlauholz bei Bachern (Stadt Friedberg) an den Start. Im Blumenthaler Forst und südlich davon sollen sechs rund 200 Meter hohe Windräder auf drei angrenzenden Konzentrationsflächen der Kommunen Aichach, Dasing und Sielenbach entstehen (siehe Infoartikel).

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Im Detail

Standort Blumenthaler Forst

Höhenlage Standorte Bis zu 525 Meter über Normalnull

Windkraftanlagen 6

Nabenhöhe 141 Meter

Rotordurchmesser 117 Meter

Gesamthöhe 199 Meter

Leistung 2,4 Megawatt pro Windrad. Insgesamt: 14,4 Megawatt

Energieerzeugung 5,5 bis 6 Millionen Kilowattstunden (KWh) pro Jahr pro Windrad. Insgesamt: 33 bis 36 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Das entspricht dem Verbrauch von 12 000 durchschnittlichen Haushalten (3000 KWh im Jahr)

Investition Rund 25 Millionen Euro (cli)

Die notwendigen Bauanträge für das 25-Millionen-Euro-Projekt sind von der Energiebauern GmbH im Dezember eingereicht worden und werden derzeit im Landratsamt und in Kürze auch in den kommunalen Gremien behandelt. Der Windpark soll bereits Ende 2014/Anfang 2015 fertig sein und könnte bis zu 36 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen. Das entspricht dem Jahresverbrauch von etwa 12 000 durchschnittlichen Haushalten.

Gewerbesteuern sollen in den Orten bleiben

Projektentwickler, Investor und Betreiber der regenerativen Energieanlagen ist die Energiebauern GmbH mit Sitz in Sielenbach. Die beiden Geschäftsführer Florian und Martin Bichler stellten gestern in ihrem Büro im Aichacher Milchwerk die Planung für den gemeindeübergreifenden Park vor. Mit im Boot sind neben den drei Kommunen auch die Grundstückseigentümer. Auf der Flur der Stadt Aichach sind drei Standorte geplant, auf der Gemarkung Sielenbach sind es zwei und im Nordosten von Dasing ist ein Windrad vorgesehen.

In allen drei Kommunen sollen Betriebsgesellschaften entstehen, damit die Gewerbesteuern vor Ort bleiben. Die Stadt und die beiden Gemeinden, sowie die Grundeigentümer können sich aber auch direkt an der regionalen Gesellschaft beteiligen, so die Geschäftsführer der Energiebauern. Möglich wäre damit auch eine finanzielle Beteiligung von Bürgern aus den drei Kommunen. Grundbesitzer im Blumenthaler Forst sind vor allem die Fugger’schen Stiftungen.

Die Standorte übertreffen die bisher geltenden Abstände zur Wohnbebauung. Zum Ortsrand des Dasinger Gemeindeteils Laimering sind es beispielsweise 1100 Meter. Mit den Bewohnern des deutlich näher liegenden Einödanwesens Gollenhof sei bereits im Vorfeld Einvernehmen erzielt worden, betont Florian Bichler. Wenn jedoch die von Ministerpräsident Horst Seehofer geforderte 10-H-Abstandsregel rechtlich bindend würde dann ist kein einziger der sechs Standorte realisierbar, räumte Bichler ein: „Wir haben geplant auf den Planungsgrundlagen von 2011. Aktuelle Tagesaussagen können in so ein Verfahren nicht einfließen.“ 10-H bedeutet, dass der Abstand von Windrädern zu Wohngebieten zehnmal so groß sein müsste, wie die Windräder hoch sind. Das sind hier also rund 2000 Meter. Bichler geht davon aus, dass im Kreis Aichach-Friedberg kein einiger Standort dieser Vorgabe entspricht.

Fugger und Bürgermeister signalisieren Unterstützung

Die involvierten drei Bürgermeister und auch Alexander Graf Fugger von Babenhausen betonten dagegen gestern bei der Vorstellung, wie überzeugt sie von Standort, Konzept und Projekt sind. Ohne Engagement der Kommunen sei die Energiewende nicht zu schaffen, sagte Klaus Habermann. Für den Aichacher Bürgermeister ist der Park richtig situiert: „Wir wollen keine Verspargelung.“ Für den Sielenbacher Rathauschef Martin Echter muss Energie vor Ort erzeugt werden. Ohne Windkraft funktioniere der regenerative Mix nicht und „Braunkohleabbau ist verantwortungslos“. Erich Nagl signalisierte für Dasing ebenfalls klare Unterstützung. In der Bürgerversammlung in Rieden am 7. Februar soll das Projekt vorgestellt werden. Es könnte auch Modell für einen interkommunalen Park im Derchinger Forst mit Friedberg und Obergriesbach sein.

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Ein Artikel von
Christian Lichtenstern

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