Dienstag, 20. Februar 2018

02. Februar 2018 20:00 Uhr

Aindling

Hallenbad macht Minus – und ist doch ein Gewinn

Vor 40 Jahren ist das Hallenschwimmbad an der Aindlinger Mittelschule entstanden. Seitdem floss viel Geld in Sanierung und den laufenden Betrieb. Und wieder stehen Arbeiten an. Warum das Bad am Lechrain trotzdem so beliebt ist.

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Der Bademeister seufzt. Der Bürgermeister auch. Das Hallenbad? „Ein ewiges Draufzahlgeschäft“, sagt der eine. „Hohe Kosten, kein Gewinn“, der andere. Und doch sind sich beide einig: Das Bad, es muss bleiben. „Wir sind ja froh darüber, dass wir es haben“, stellt Tomas Zinnecker, Bürgermeister in Aindling, klar. Bademeister Peter Hammerl sieht das genauso.

Rund 4500 Einwohner hat Aindling mit seinen Ortsteilen. Und ein eigenes Hallenbad – zumindest eines im Schulverband. Weitere Hallenbäder gibt es im Landkreis nur in Aichach und in Friedberg. Für eine Marktgemeinde in der Größe von Aindling ist ein eigenes Schulbad unüblich, gibt Zinnecker gerne zu. Er ist sich sicher, dass es in der heutigen Zeit nicht mehr gebaut werden würde. „Bei all den Richtlinien, die es inzwischen gibt, hätte das keine Chance mehr.“ Dass der Bau in den 1970er-Jahren unter Bürgermeister Hans Müller verwirklicht wurde, sei ein Glücksfall für Aindling gewesen.

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Damals ließ der Schulverband auch die neue Aindlinger Hauptschule errichten: 1972 fand der Spatenstich für das Gebäude an der Bürgermeister-Huber-Straße statt. Schon im gleichen Jahr tauchten erste Forderungen nach einer Schulschwimm- und einer Turnhalle auf. 1973 wurde der Bau dieses Sportbereichs dann mit knapper Mehrheit beschlossen, wie in einem Rückblick zu lesen ist, der anlässlich des 30-jährigen Schuljubiläums im Jahr 2005 in den Aichacher Nachrichten erschien. Seit 1975 fand der Unterricht im neuen Schulgebäude statt, das aber erst im Mai 1976 eingeweiht wurde.

1977 wurde das Hallenbad eröffnet

Am 27. Juli 1977 war es dann schließlich so weit: als letzter Bauabschnitt wurde auch die Turnhalle mit dem darunter liegenden Schwimmbecken vom damaligen Aindlinger Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzenden Hans Müller offiziell eingeweiht. Die Baukosten waren enorm: Zu den 8,1 Millionen DM für die Schule kamen weitere 4,1 Millionen fürs Hallenbad und die Turnhalle hinzu. Der Schuldenberg des Schulverbands lag bei über 12 Millionen Mark – Geld, das über Jahrzehnte abbezahlt werden musste. Erst seit 2011 ist der Schulverband schuldenfrei, so Zinnecker, der aktuell im Verband den Vorsitz hat.

Hinzu kamen in den vergangenen Jahren Kosten für Sanierungsarbeiten: Für rund 170000 Euro wurde 2003 im Hallenbad unter anderem eine neue Filter- und Entfeuchtungsanlage eingebaut. Damals sei die Diskussion aufgekommen, ob sich das überhaupt rentiere, erinnert sich Zinnecker. Doch schon als neu gewählter Bürgermeister setzte er sich für den Erhalt des Bades ein und verkündete bei einem Festabend der Aindlinger Wasserwacht, dass das Bad mit seiner Stimme nie zugemacht werde. So steht es in einem Zeitungsbericht aus dem Jahr 2002. „Und zu dieser Aussage stehe ich nach wie vor“, sagt der Bürgermeister heute. In den vergangenen zwei Jahren wurden die Fenster erneuert – im Bad wie an der gesamten Schule. Außerdem mussten Schäden im Beton behoben werden, die wohl das Chlor verursacht hatte. Und nun steht mit der beschlossenen Sanierung der Aindlinger Mittelschule die nächste große Aktion an. Der Schulverband rechnet dafür mit Gesamtkosten von 3,3 Millionen Euro (wir berichteten). Im Zuge dieser Arbeiten sollen auch die WC- und Duschanlagen im Hallenbad und im Sporthallenbereich erneuert werden. Vor 2019 aber werden die Arbeiten wohl nicht beginnen, schätzt Zinnecker.

Was die laufenden Betriebskosten angeht, so lassen sich Zinnecker zufolge keinen genauen Angaben machen. Als größten Posten nennt er die Heizung – da aber das Bad direkt ans Heizsystem der Mittelschule angeschlossen sei, gebe es keine gesonderte Abrechnung. Dazu kommen unter anderem Ausgaben für die Wasseraufbereitung, den Strom und Personalkosten für die Stelle von Bademeister Peter Hammerl, der sich neben der Badeaufsicht auch um die ganze Technik kümmert und die Tickets am Eintritt verkauft.

Aindlinger Hallenbad: Rein rechnerisch ein Minusgeschäft

Etwa 500 Euro monatlich kommen durch die Eintrittsgelder der Schwimmbadbesucher herein – 1,50 Euro kostet die Stunde regulär, Rentner und Kinder zahlen einen Euro. Dazu kommen Mieteinnahmen etwa durch Schwimmkurse der Volkshochschule. Diese Einnahmen decken aber bei Weitem nicht die Ausgaben fürs Bad, sagt Zinnecker und ist ehrlich: „Was das genau kostet, wollen wir gar nicht wissen.“ Die fehlenden Kosten trägt der Schulverband, zu dem neben dem Markt Aindling die Gemeinden Petersdorf, Rehling, Todtenweis und Affing gehören.

Rein rechnerisch also stellt das Aindlinger Hallenbad ein Minus-Geschäft dar – wie so viele andere öffentliche Bäder auch. Dennoch stehen die Bürger dahinter, sagt Bürgermeister Zinnecker: „Es ist einfach so wichtig, dass unsere Kinder hier schwimmen lernen.“ Denn beliebt ist die Schwimmhalle nicht nur bei den Besuchern am Abend. Auch die Wasserwacht und die Volkshochschule bieten darin ihre Kurse an. Und etliche Schulen im Umkreis nutzen das Bad regelmäßig für den Schwimmunterricht.

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Ein Artikel von
Ulrike Eicher

Donauwörther Zeitung
Ressort: Lokalnachrichten


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