Donnerstag, 22. Februar 2018

14. Februar 2018 05:36 Uhr

Kirche

Katholiken tanken Kraft bei 40-stündigem Gebet in Sielenbach

In der Wallfahrtskirche Maria Birnbaum in Sielenbach stimmen sich die Besucher auf die Fastenzeit ein. Pater Bonifatius Heidel predigt und gibt Empfehlungen Von Gerlinde Drexler

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Vor allem Kraft tanken viele Kirchgänger während des 40-stündigen Gebetes in der Sielenbacher Wallfahrtskirche Maria Birnbaum. Gestern endet es mit der Schlussandacht und der traditionellen Prozession durch die Kirche. Wallfahrtsseelsorger Pater Bonifatius Heidel befasst sich in seiner Predigt mit dem Thema, ob Glaube Zukunft hat. Den Zuhörern in der voll besetzten Kirche gibt er eine dringende Empfehlung für die heute beginnende Fastenzeit mit.

Für den Pater ist es das zweite Mal, dass er das 40-stündige Gebet organisiert. Allerdings das erste Mal, dass er auch an allen drei Tagen predigt. Geplant war, dass, so wie auch die Jahre vorher, ein Gastprediger kommt. Der sei jedoch kurzfristig ausgefallen, so Pater Bonifatius. Deshalb sprang er ein.

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In seiner Predigt greift er das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg auf. Der Weinberg symbolisiere das Reich Gottes, erklärt der Pater. Die Jünger seien die Winzer, die mit all ihrer Liebe dafür sorgen sollen, dass die Früchte des Weinbergs reichlich wachsen. Der Pater weiter: „Es geht dabei nicht um materielle Dinge oder Quotenzahlen bei Mitgliedern.“

Er mahnt die Gläubigen, nicht wie die Pharisäer nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht zu sein. Kirchenaustritte oder das Fehlen junger Menschen in der Kirche wertet der Pater als Warnsignale, dass es in diese Richtung gehen könne. Er fragt sich: „Kann es vielleicht auch daran liegen, dass wir versäumt haben, ihnen zu zeigen, dass es nicht nur um Pflichterfüllung geht?“

Seine Empfehlung für die Fastenzeit an die Betenden ist, darüber nachzudenken, wie es in ihrem direkten Umfeld aussieht. Und sich zum Beispiel folgende Frage zu stellen: „Wo finde ich Dinge, die mich in meinem Alltag daran hindern, das zu tun, was eigentlich zählt?“ Pater Bonifatius mahnt die Kirchgänger, „nicht auf die anderen zu schauen oder zu zeigen“, sondern sich darüber klar zu sein, dass man auch selbst ein Arbeiter im Weinberg ist. Maria Bichlmeier aus dem Aichacher Stadtteil Unterschneitbach ist beeindruckt, dass der Pater so frei und ohne Redekonzept predigen kann. Der Besuch des 40-stündigen Gebets gehört für sie schon seit Längerem fest zum Jahresablauf dazu. „Es gibt mir etwas“, sagt sie.

So geht es auch Josef Braun aus dem benachbarten Wollomoos (Landkreis Dachau). Schon seit Jahren kommt er regelmäßig zum 40-stündigen Gebet. „Normalerweise an allen drei Tagen.“ Heuer habe er es jedoch nur an zwei Tagen geschafft, erzählt er. Für ihn sind es Tage, an denen er Kraft tanken könne. „Es berührt mich, ist schön und tut gut“, fasst Braun es zusammen. Auch Vroni Asam, die seit rund zehn Jahren im Sielenbacher Kirchenchor singt, tankt Kraft während der drei Tage.

Jeden Tag begleitet der Chor unter Leitung von Josef Kirmeir die Gottesdienste. Gestern stehen die Sänger sogar zwei Mal auf der Empore in der Kirche. Es ist so eng, dass man sich kaum umdrehen kann. Einige Mitglieder haben sich extra freigenommen, um dabei sein zu können. Über zehn Jahre lang war Peter Michalovics als Ministrant beim 40-stündigen Gebet in der Wallfahrtskirche dabei. Inzwischen studiert der 26-jährige Sielenbacher in der österreichischen Hauptstadt Wien und kommt nur noch während der Semesterferien heim. Es sei seit Langem das erste Mal, dass die Ferien und das 40-stündige Gebet zusammenfallen, erzählt er. Überrascht hat ihn, wie viele Novizen des Deutschen Ordens diesmal dabei sind. „Es war sehr schön und hat mir gut gefallen“, sagt er nach dem Gottesdienst. Die Prozession, bei der die Mitglieder des Blauen Bundes und die Geistlichkeit mit dem Allerheiligsten durch die Kirche ziehen, ist der Höhepunkt und Abschluss des Stundengebetes.

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