Dienstag, 21. Februar 2017

02. Dezember 2011 23:00 Uhr

Windkraft

Keine Maschine zum Gelddrucken

Es bleibt fraglich, ob das Gemeindegebiet Sielenbach geeignet für eine Anlage ist. Referent sieht Werte im Windatlas kritisch Von Gerlinde Drexler

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Sielenbach-Tödtenried Eine Chance, aber keine Gelddruckmaschine sei die Windkraft. Das sagt Ulrich Hintermair von der LandSiedlung, einer Tochtergesellschaft des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). Er referierte am Mittwoch bei der Versammlung der BBV-Ortstruppen Sielenbach und Tödtenried über das Thema „Der Wind ist für uns alle da“. Ein Thema, zu dem die rund 30 Zuhörer eine Menge Fragen hatten.

Vor allem Hintermairs Antwort auf die Frage, ob es denn in der Region um Sielenbach genügend Wind für eine Windkraftanlage gebe, erwarteten viele mit Spannung. Eine mittlere Jahresgeschwindigkeit von mindestens 5,5 Metern pro Sekunde sei eine der Voraussetzungen hatte der Referent in seinem Vortrag gesagt. Das entspreche etwa 20 Stundenkilometern, übersetzte er. Gemessen in 140 Meter Höhe. „Bei uns ist es nicht einfach, Standorte zu finden, wo der Wind so weht“, erklärte Hintermair. Nördlich der Donau oder im Allgäu liegen nach seiner Meinung eher die guten Standorte.

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Zum Großraum Aichach konnte er konkret nichts zu den Windgeschwindigkeiten sagen, weil die LandSiedlung dort noch keine Windanalysen hätte machen lassen. Eher skeptisch war er, was die Werte im Windatlas anging. Die seien nicht immer korrekt errechnet worden, sagte der Referent. Womit er gleich eine weitere Frage eines Zuhörers beantwortete. Der Sielenbacher hatte wissen wollen, über welchen Zeitraum eine Windanalyse gemacht werde. Sowohl bei einer Analyse als auch dem Windgutachten würden die Werte nicht gemessen, sondern errechnet werden, erklärte Hintermair. Der genaueste und beste, aber auch teuerste Weg, exakte Angaben zu erhalten, wäre eine Windmessung, die über ein Jahr gehen müsse. „Ein Restrisiko bleibt immer. Egal, was Sie machen.“

Ob an einem Standort genug Wind weht, ist jedoch nur einer der Knackpunkte. Schon an den Grenzwerten für Schatten und Schall würden viele Projekte scheitern, informierte der Referent. Wobei es keinen gesetzlich vorgeschriebenen Abstand in Metern zur Wohnbebauung gibt. Kriterium ist hier, dass der Schatten des Windrades pro Tag nicht länger als 30 Minuten und im Jahr nicht länger als 30 Stunden auf ein Wohnhaus fallen darf. Beim Schall liegt der Grenzwert in einem Dorf- und Mischgebiet bei 45 Dezibel. In diesem Radius darf kein Windrad stehen. In einem Wohngebiet beträgt der Wert 40 Dezibel und in einem Erholungsgebiet darf er sogar 35 Dezibel nicht überschreiten. Kriterien, die auch für Aussiedlerhöfe gelten, bestätigte der Referent auf Nachfrage.

Ob sich in der Entwicklung der Windräder etwas tun werde, konnte Hintermair nicht beantworten. Seiner Meinung nach ist es eher fraglich, dass die Hersteller neue Anlagentypen entwickeln werden. „Sie haben momentan volle Auftragsbücher.“ In den nächsten fünf Jahren werde sich deshalb nicht viel tun, glaubt er. Ob es technisch machbar sei, die Rotoranlagen auf Strommasten zu bauen, konnte er ebenfalls nicht beantworten. Wirtschaftlich würden sich solche Kleinanlagen nicht rentieren, war sich der Referent sicher. Wer eine solche Anlage plant, müsse auf jeden Fall viel Geld in die Hand nehmen. Für eine Zwei-Megawattanlage rechnet Hintermair mit Kosten von 3 bis 3,5 Millionen Euro.

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