Spargel ist gleich Spargel. Weder Erzeuger noch Vermarkter, Händler oder Verbandsvertreter sind begeistert, dass das edle Gemüse vereinheitlich wurde. Beim Produkttag Spargel wurde gezeigt, dass es auch anders geht. Dass man dem Verbraucher zeigen kann, dass es eben doch Qualitätsunterschiede gibt.
Weichering/Aichach. Spargel ist gleich Spargel. Über diese Vereinheitlichung des edlen Gemüses sind weder Erzeuger noch Vermarkter, Händler oder Verbandsvertreter begeistert. Wie man dem Verbraucher zeigen kann, dass es eben doch Qualitätsunterschiede gibt, erfuhren rund 80 Besucher beim Produkttag Spargel der Landesanstalt für Landwirtschaft in Weichering (Kreis Neuburg-Schrobenhausen).
Hintergrund ist, dass im Juli 2009 die EU-Vermarktungsnorm für Spargel weggefallen ist. Nach der wurden bislang die Stangen hinsichtlich Länge, Durchmesser und Güte in Handelsklassen sortiert. Jetzt spielen diese Unterschiede keine Rolle mehr, Spargel muss nur noch eine Mindestqualität aufweisen. Als Konsequenz fürchten die Erzeuger: Die Preise werden sinken, die Qualität wird leiden.
Dem drohenden Image- und Absatzverlust des edlen Gemüses können die heimischen Spargelerzeuger nur gemeinsam entgegenwirken, indem sie bei der Vermarktung weiterhin Wert auf frische Ware, hohe Qualität und klaren Herkunftsnachweis legen, waren sich die Besucher einig. Das Institut für Ernährung und Markt an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft informierte deshalb über die Alternative einer freiwilligen Auszeichnung nach UN ECE-Norm, die den Anforderungen der ehemaligen EU-Norm entspricht. Neben wichtigen Einkaufskriterien wie der Warenauslage wurde auch die Entwicklung der Spargelvermarktung und der Verkaufsgestaltung diskutiert.
Bei der jährlichen Arbeitskräfte- und Erntekostenproblematik in der Erntesaison könnten technische Neuentwicklungen wie teil- oder vollautomatische Erntehilfsgeräte Abhilfe schaffen. In einem neuen Versuch der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau soll analysiert werden, inwieweit der Spargelvollernter "Kirpy" eine Erhöhung der Wirtschaftlichkeit im Spargelanbau - auch für kleinere und mittelgroße Spargelbaubetriebe - ermöglicht. Auch die Trocknung von Spargel wurde als neue Vermarktungsmöglichkeit intensiv diskutiert. Die hochwertige Veredelung von Gemüse könnte dazu beitragen, auch den Spargelanbau attraktiver zu gestalten. (AN)
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