Feuerwehren aus Aichach, Friedberg und Mering tüfteln Strategie aus. Task Force aus München vorgestellt
Aichach-Friedberg Das neu erarbeitete Gefahrstoffkonzept für den Landkreis war laut einer Mitteilung das Thema einer Fortbildung in Aichach für die Führungskräfte der Feuerwehren aus Aichach, Friedberg und Mering.
1996 war der damalige ABC-Zug des MHD Augsburg von der Feuerwehr Aichach übernommen und als Gefahrstoffeinheit im Landkreis etabliert worden. Über die Jahre wurde zwar die Messeinheit mit einem Fahrzeug zur ABC-Erkundung technisch auf den neuesten Stand gebracht. Das zweite Modul zur Dekontamination von Einsatzkräften wurde aber nie erneuert.
Weil eine Erneuerung durch den Bund nicht absehbar war, erstellte die Feuerwehr Aichach ein neues Konzept für die ABC-Abwehr im Landkreis. Da bald erkennbar war, dass nicht eine Feuerwehr alleine diese Aufgabe bewältigen kann, wurden die Feuerwehren Friedberg und Mering mit ins Boot geholt. Sie verfügen ebenfalls über eine erweiterte Gefahrstoffausrüstung.
Alarmordnung bei Einsätzen umgestellt
Das neue Konzept sieht eine zweigeteilte Dekontaminationsausrüstung vor. Diese wird in der Standardausrüstung bei allen drei Feuerwehren vorgehalten, eine erweiterte Ausrüstung ist bei der Feuerwehr Aichach gelagert. Zusätzlich zur technischen Ausstattung der Feuerwehren wurde die Alarm- und Ausrückeordnung bei Gefahrstoffeinsätzen umgestellt.
Kommt es im Landkreis zu einem Einsatz mit gefährlichen Stoffen, werden alle drei Feuerwehren alarmiert und ergänzen sich. Die dem Einsatzort nächste Feuerwehr mit der Zusatzausrüstung beginnt mit den Erstmaßnahmen und wird durch die nachrückenden Einheiten verstärkt. Eine Alarmierung von drei spezialisierten Feuerwehren war nötig geworden, da bei einem Gefahrstoffeinsatz viele besonders ausgebildete Kräfte nötig sind.
Führungskräfte in das neue Konzept eingewiesen
Zusätzlich wurde die Messstrategie bei Aufspüren von Schadstoffen neu geregelt. Auch hier verfügen die Feuerwehren aus Friedberg und Mering über eine Grundausstattung, die durch den ABC-Erkunder der Aichacher Wehr ergänzt wird. Bei der Fortbildung wurden die Führungskräfte der drei Feuerwehren zunächst in das neue Konzept eingewiesen und in der praktischen Ausbildung mit den neuen Ausrüstungsgegenständen vertraut gemacht.
Ein weiteres Thema der Fortbildung war die analytische Task-Force der Berufsfeuerwehr München. Klaus Hartwig aus Pöttmes stellte sie vor und erläuterte die Ausrüstung und Arbeitsweise dieser Spezialeinheit. Die analytische Task-Force ist für den ganzen süddeutschen Raum zuständig und kommt zum Einsatz, wenn die örtlichen Kräfte weiteres Spezialgerät und Fachberatung benötigen. Das Landratsamt genehmigte das neue Konzept und gewährte 18000 Euro Förderung. Durch die technische Neuausstattung stehe nun, so die Mitteilung, den Landkreisfeuerwehren eine solide Basis für Einsätze im ABC-Bereich zur Verfügung. (AN)
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