Freitag, 15. Dezember 2017

07. Dezember 2017 11:36 Uhr

Sitzung

Noch keine Einigung beim Waldkindergarten

Der Bürgerblock hätte gerne gleich über das im Pöttmeser Ortsteil Handzell geplante Projekt entschieden. Doch andere Räte wollen erst noch einmal über Details beraten

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Foto: Katja Röderer

Pöttmes Seit Mai beschäftigt sich der Pöttmeser Marktgemeinderat mit dem Wunsch einer Elterninitiative nach einem Waldkindergarten. Ein Grundstück und ein Gebäude sind bereits in Handzell gefunden, mit dem Eigentümer und den Nachbarn alles abgeklärt. Doch auch am Dienstag konnte sich der Marktgemeinderat mehrheitlich zu keinem Ja durchringen. Dabei hatte er im Mai mit überwiegender Mehrheit für das Vorhaben gestimmt. Doch die CWG-Fraktion und fast alle Mitglieder der CSU-Fraktion sahen am Dienstag noch Beratungsbedarf in Detailfragen. Der Gemeinderat beschloss daher mit 10:8, das Thema erneut zu vertagen. Die Gegenstimmen kamen von sieben Mitgliedern des Bürgerblocks (Jenny Schupfner fehlte entschuldigt) und Wolfgang Baierl (CSU).

Nun soll sich der Marktentwicklungsausschuss mit Themen wie Abwasser, Umbauten, Sanitäranlagen sowie Platzbedarf befassen. Zuvor hatten die Gemeinderäte kontrovers darüber debattiert, ob sie überhaupt in die inhaltliche Diskussion einsteigen wollten oder nicht. Nach längerem Hin und Her stand fest: Die Mehrheit wollte nicht.

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Zum Unverständnis von Bürgermeister Franz Schindele (Bürgerblock), der stark dafür geworben hatte, zumindest den Bauantrag auf den Weg zu bringen. Er und Dritter Bürgermeister Thomas Huber (ebenfalls Bürgerblock) waren überzeugt, dass sich die meisten Detailfragen mit Hilfe des Bauantrags klären ließen. Danach könne der Gemeinderat immer noch entscheiden, ob und was genau umgebaut werden muss.

Doch das war weder mit der CWG noch mit weiten Teilen der CSU-Fraktion zu machen. CWG-Fraktionssprecher Erich Poisl plädierte dafür, eine Versammlung mit Eltern und den Kindergartenleitungen einzuberufen, um zu sehen, wie viele Kinder möglicherweise in den Waldkindergarten gehen. Bisher wisse man von zwölf Familien aus Handzell und sechs aus Pöttmes. „Was ist mit den anderen Ortsteilen?“, fragte Poisl. Er befürchtete, die Gemeinde lege sich mit dem Bauantrag vorschnell auf das vorgesehene Gebäude fest. Eine Sorge, die Schindele vergeblich zu entkräften versuchte.

Er verwies auf den Zeitplan: Wenn der Kindergarten zum Ende nächsten Jahres in Betrieb gehen solle, müsse der Gemeinderat jetzt zustimmen, damit die Vorlaufzeit ausreiche. Peter Fesenmeir vom Bauamt bestätigte das. Er hatte schon in der Novembersitzung um eine schnelle Entscheidung gebeten. Damals hatte der Gemeinderat auf Wunsch von CSU und CWG einstimmig beschlossen, die Details im Marktentwicklungsausschuss zu klären. Doch der war in seiner jüngsten Sitzung mit dem Ärztehaus so ausgelastet, dass über den Waldkindergarten gar nicht mehr diskutiert wurde.

Der Forderung, nun schnell zu entscheiden, wollte die Zweite Bürgermeisterin Sissi Veit-Wiedemann (CSU) nicht nachkommen. Sie sprach sich für eine eingehende Diskussion aus und sagte: „Was mir nicht gefällt, ist, dass man hier immer unter Druck gesetzt wird.“ Über die sich abzeichnende Mehrheitsmeinung, den Beschluss zu vertagen, sagte sie: „Das ist ja schon fast Notwehr.“

Dritter Bürgermeister Thomas Huber (Bürgerblock) hatte kein Verständnis für die Gegenwehr. Er verwies auf die umfangreiche Sitzungsvorlage der Verwaltung und sagte: „Wir haben alle Informationen, die wir brauchen.“ Statt bis zur Ausschusssitzung nach Weihnachten zu warten, könne der Gemeinderat noch offene Fragen auch gleich klären. Doch Poisl sprach sich entschieden dagegen aus, etwas „übers Knie zu brechen“. Das brachte ihm von Huber indirekt den Vorwurf der Verzögerungstaktik ein: „Nochmal verschieben und nochmal – das hat ein G’schmäckle. Man kann’s auch so lange verschieben, bis die Kinder so alt sind, dass sie keinen Waldkindergarten mehr brauchen.“

In Hubers Augen sollten die 18 Kinder in den Waldkindergarten gehen, deren Eltern bereits Interesse angemeldet haben. Viel mehr geht sowieso nicht, da laut Schindele in Schwaben nur eingruppige Waldkindergärten erlaubt sind. Voraussichtlich wird sich der Marktentwicklungsausschuss des Gemeinderats im Januar mit dem Waldkindergarten befassen. »Kommentar

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Ein Artikel von
Nicole Simüller

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