Aichachs Polizeichef Rudolf Rothhammer stärkt seinem Kollegen, der am Sonntag in Aichach einen 47-Jährigen erschoss, den Rücken. Die Familie des Toten steht unter Schock. Von Nicole Simüller



„Das Leben ändert sich vor und hinter der Waffe“ – so heißt es bei der Polizei, wenn es um den Einsatz von Dienstwaffen geht. Am Sonntag haben sich in Aichach mehrere Menschenleben grundlegend verändert.
Wie berichtet, hatte ein Beamter bei einem Polizeieinsatz an der Gartenstraße einen 47-Jährigen erschossen – offenbar aus Notwehr. Denn der Mann soll nach einem Disput um ein geparktes Auto erst einen Nachbarn und später zwei Beamte der Polizeiinspektion Aichach mit einer Axt angegriffen haben.
Der 47-Jährige, der bosnischer Herkunft ist, aber schon jahrzehntelang in Aichach lebte, starb durch einen Schuss aus einer Dienstpistole. Seine Familie, die zum Teil im Raum Aichach ansässig ist, steht laut ihrem Anwalt Ralf Schönauer unter Schock.
Der Beamte, der den Schuss abgab, und sein Kollege sind vom Dienst befreit und werden psychologisch betreut. Aichachs Polizeichef Rudolf Rothhammer stellte sich gestern demonstrativ hinter den Kollegen, der den tödlichen Schuss abgab: „Ich schätze den Kollegen als Mitarbeiter sehr.“
Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft Augsburg äußerten sich zur Identität des Mannes. Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich um einen erfahrenen Polizisten.
Im Video erzählt Hausbewohner Ramazan Öncü, wie ihn der 47-Jährige am Sonntag mit der Axt bedrohte und bis ins Nachbarhaus verfolgte.
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