Samstag, 24. Juni 2017

02. November 2009 05:20 Uhr

Polnischer Konsul am Grab des Zwangsarbeiters

Affing-Aulzhausen (rex) - Zwölf Jahre besteht die Partnerschaft zwischen der Gemeinde Affing und der polnischen Stadt Lobez - eine Freundschaft, die an einem Grab entstanden ist. Konsul Michael Balewski vom polnischen Generalkonsulat aus München war zum Fest Allerheiligen nach Aulzhausen gekommen, um am Grab des polnischen Zwangsarbeiters Michael Kwik einen Kranz niederzulegen. Der Konsul erinnerte an die leidvolle Geschichte des Zweiten Weltkrieges, wo staatliche Gewalt über die menschliche Würde herrschte.

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Polnischer Konsul am Grab des Zwangsarbeiters
Foto: ALFA

Gute Basis für Freundschaft zwischen Affing und Lobez

Lobend erwähnte Balewski die gute Basis der Freundschaft zwischen den Kommunen Affing und Lobez. Diese Partnerschaft zeige sich in den vielfältigen Begegnungen seit Bestehen der Partnerschaft. Dankesworte fand der Konsul auch für Julia Mahl-Blösch, die ehrenamtlich die Pflege des Grabes von Michael Kwik ganzjährig übernimmt. Affings 2. Bürgermeister Rolf Fissel erinnerte in seiner Rede an die extremistischen Bestrebungen und Gedanken, verbunden mit dem Hass auf alles Fremde. Fissel: "Wir sollten alles in unserer Macht Stehende tun, dass sich ein Anlass wie der Tod von Michael Kwik niemals wiederholen darf. Wir alle sind aufgerufen, daran mitzuwirken."

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Pfarrer Jakob Zeitlmeir, der die Gebete und Lesungen am Grab vornahm, sagte, dass die weltlichen Richter das Leben des Zwangsarbeiters vernichtet haben, aber es gebe auch ein Leben danach. Konsul Michael Balewski und zweiter Bürgermeister Rolf Fissel legten je ein Blumengebinde als Symbol der Erinnerung und der Trauer nieder. Mit einem Friedensgebet und der Grabsegnung schloss Pfarrer Jakob Zeitlmeir die Trauerfeierlichkeit.

In der anschließenden Gesprächsrunde im angrenzenden Pfarrheim, mit der Vorstandschaft des Partnerschaftskomitees, erwähnte Konsul Balewski besonders die tausendjährigen historischen Beziehungen zwischen Bayern und Polen. So glänzt in der Kapelle von Schloss Nymphenburg und an der Außenfassade der Münchner Theatinerkirche das bayerisch-polnische Allianzwappen. Das Wappen zeigt sich zur Erinnerung an den gemeinsamen Sieg des polnischen Königs Sobieski III. und des bayerischen Kurfürsten Maximilian II. Emanuel bei der Schlacht gegen die Türken vor den Toren von Wien.

Aus der gemeinsamen historischen Geschichte hob Konsul Balewski weitere interessante Beziehungen hervor: die heilige Hedwig, in Andechs geboren und Schutzpatronin von Schlesien, die Landshuter Fürstenhochzeit mit der polnischen Braut Jadwiga, der Nürnberger Künstler Veit Stoß und sein berühmter Marienaltar in Krakau, die Augsburger Silberschmiedearbeiter im polnischen Heiligtum Tschenstochau sowie die Marienverehrung in Bayern und Polen.

Schon 1638 weihte Kurfürst Maximilian I. sein Herzogtum Bayern der Gottesmutter, ebenso König Johannes Kasimir im Jahre 1856 sein Land Polen.

Konsul Balewski lud die Affinger Sportjugend zum Besuch des polnischen Generalkonsulats in München im kommenden Jahr ein.

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