Über ein Hintertürchen könnten Wirte das ab Januar in Bayern geltende strikte Rauchverbot umgehen. Sie müssten ihre Gaststätte als Club deklarieren, Mitgliedsausweise ausgeben und Mitgliedsbeiträge verlangen. Die Reaktionen auf diese Möglichkeit sind bei den Wirten im nördlichen Landkreis gemischt.
"Davon halte ich überhaupt nichts", sagt Klaus Sayer, Pächter des Schlossbräustüberls in Scherneck bei Rehling. Seiner Meinung nach sollte das Rauchverbot konsequent durchgezogen werden. "In anderen Ländern geht das auch, warum also nicht hier." Zu seinen vielen Stammkunden gehören sowohl Raucher als auch Nichtraucher. Das geplante Rauchverbot sei zwar ein Dauerthema unter seinen Gästen, die Tendenz gehe aber dahin, sich damit abzufinden, hat Sayer aus den Gesprächen herausgehört.
Ganz anders sieht das Karolin Kölbl, Inhaberin der Aichacher Gaststätte Friedenseiche. 95 Prozent ihrer Stammkunden sind Raucher. "Da ist die Möglichkeit, die Gaststätte als Club zu deklarieren, mit Sicherheit eine Überlegung wert", findet sie. Damit auch weiterhin Nichtmitglieder Zutritt hätten, hat sie auch schon eine Idee. "Vielleicht gibt es die Möglichkeit verbilligter Mitgliedsausweise. Dann könnten Gäste zum Beispiel für zehn Cent Mitglied für einen Abend werden."
"Rauchrebell" Boandl-Bräu hat schon reagiert - Schild
Manfred Fritsch, Wirt des Berabecka-Boandl-Bräu, hat schon reagiert. Nachdem in geschlossenen Gesellschaften das Rauchen nach wie vor erlaubt ist, hat er sich ein entsprechendes Schild schon angeschafft. "Das probieren wir einfach mal aus", sagt Fritsch und hat für den Fall, dass es nicht klappen sollte, auch schon Plan B angedacht. Dann möchte er seine Gaststätte als Club ausweisen. "Es ist unglaublich, was man alles machen muss, nur um einfach so gemütlich wie bisher weitermachen zu können", sagt er. Wie berichtet, hat Fritsch vor einigen Wochen mit einer Petition gegen das Rauchverbot im Landtag für überregionale Schlagzeilen gesorgt.
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