Es darf wieder geraucht werden in bayerischen Gaststätten, zumindest sofern einige Bedingungen erfüllt sind. Im Wittelsbacher Land wird diese Lockerung des Nichtraucherschutzgesetzes, die seit Anfang des Monats gilt, aber wohl wenig Auswirkungen haben: Die meisten Wirte, die wir dazu befragten, wollen alles beim Alten belassen, selbst wenn sie die Möglichkeit hätten, einen Raucherraum einzurichten. Das bisherige Rauchverbot habe sich bereits bewährt, finden viele. Von Karolina Deubele

Aichach-Friedberg Es darf wieder geraucht werden in bayerischen Gaststätten, zumindest sofern einige Bedingungen erfüllt sind (siehe Info-Kasten). Im Wittelsbacher Land wird diese Lockerung des Nichtraucherschutzgesetzes, die seit Anfang des Monats gilt, aber wohl wenig Auswirkungen haben: Die meisten Wirte, die wir dazu befragten, wollen alles beim Alten belassen, selbst wenn sie die Möglichkeit hätten, einen Raucherraum einzurichten. Das bisherige Rauchverbot habe sich bereits bewährt, finden viele.
Rauchfreie Zone wird zum Beispiel das Gasthaus Specht in Aichach bleiben, sagt Wirtin Regina Specht. Das gilt sowohl für das Restaurant als auch für das Hotel. "Die Anzahl der Raucher ist ohnehin zurückgegangen. Auch im Biergarten wird bei uns diesen Sommer nicht mehr so viel geraucht wie früher", sagt sie. Weil es bisher keine gegenteiligen Anfragen der Gäste gab, bleibe das Wirtshaus Specht auch im Winter eine Nichtraucherzone, selbst wenn einige Gäste dann zum Rauchen in die Kälte hinaus müssten. Die rauchfreie Luft sei auch "für die Gesundheit der Hotelgäste besser".
Gäste haben sich an das Verbot gewöhnt
Den gesundheitlichen Aspekt betont auch Martin Wastl vom Restaurant Zum Tavernwirt im Aichacher Stadtteil Sulzbach. "Ich kann nicht verstehen, warum der Ministerpräsident, der früher einmal Gesundheitsminister war, nun wieder für die Lockerung des Rauchverbots eingetreten ist", sagt er. Seine Gäste hätten sich inzwischen an das Rauchverbot gewöhnt, seien sogar zufriedener, weil man nun "das Essen mehr genießen kann", so Wastl. Für die, die auf das Rauchen nicht verzichten möchten, gibt es beim Tavernwirt ein Vordach zum Unterstellen. Einen separaten Raucherraum will Wastl aber nicht einrichten. Jochen Gutmann vom Gasthof Moosbräu in Aindling räumt ein, dass sich schon "einige Stammgäste über das Rauchverbot mokieren". Deshalb will er seinen Gasthof aber nicht umbauen, um einen Raucherraum einrichten zu können. "Die meisten Gäste empfinden die qualmfreie Luft als angenehm", hat Gutmann festgestellt, und das wirke sich positiv aufs Geschäft aus.
José Barrera, Inhaber der Aichacher Bodega Tio Pepe, fühlt sich dagegen von den neuen Auflagen "gegängelt". Seiner Meinung nach sollte die Entscheidung über Rauchen oder nicht Rauchen beim Inhaber liegen. Einige Wirte, die namentlich nicht genannt werden wollen, widersetzen sich den neuen Auflagen schlichtweg. Nicht jeder kann es sich leisten, einen separaten Raucherraum einzurichten. Für die alteingesessenen Stammtischgäste jedoch sei die Zigarette beim gemütlichen Zusammensitzen unverzichtbar, ist da zu hören.
Inkognito werden Lokale und Gaststätten besucht
Florian Schmid von der Lebensmittelüberwachung am Landratsamt Aichach-Friedberg will den Wirten noch einige Zeit geben, um sich auf die neuen Regelungen einzustellen. "In den kommenden Wochen werden wir inkognito Lokale und Gaststätten besuchen, um uns ein Bild von der Lage zu machen", verrät er. Werden die neuen Regelungen nicht befolgt, so kann es zu Geldbußen zwischen fünf und 1000 Euro kommen. Bei Wirten, die sich beharrlich widersetzen, kann die Gaststättenerlaubnis entzogen werden.
Aber auch die Gäste stehen in der Verantwortung. "Niemand kann von den Wirten verlangen, dass sie permanent überwachen, ob der Gast raucht oder nicht", so Schmid. Wenn Raucher entsprechende Hinweisschilder übersehen, so müssen auch sie in Zukunft mit Geldstrafen rechnen, erklärt Schmid.
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