Freitag, 18. August 2017

17. März 2016 00:36 Uhr

Literatur

Schüler lauschen einer geheimen Mission

Schriftsteller Steffen Kopetzky liest am Deutschherren-Gymnasium aus seinem Roman „Risiko“ und gibt Karrieretipps

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Ein junger deutscher Marinefunker und andere Soldaten ziehen im Ersten Weltkrieg in einer Geheimexpedition an den Hindukusch. Ihr Ziel: den Emir von Afghanistan im Namen des Islam zum Kampf gegen Britisch-Indien zu bewegen. Der Aufruf zum Dschihad.

Es war keine leichte Kost, die der Schriftsteller Steffen Kopetzky aus Pfaffenhofen an der Ilm den Schülern und Lehrern des Deutschherren-Gymnasiums Aichach (DHG) gestern präsentierte. In der Neuen Aula der Schule las der 45-Jährige Auszüge aus seinem Roman „Risiko“ vor.

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„Mich freut es, dass er hier ist“, sagte Schulleiter Gerhard Haunschild vor der Lesung. Die Schule sei froh, ihren Schülern immer wieder „wichtige und bekannte Autoren“ vorstellen zu können.

Zu diesen zählt Kopetzky durchaus. Sein Buch wurde vergangenes Jahr für den Deutschen Buchpreis nominiert, die Auszeichnung gewonnen hat jedoch ein anderes. Trotzdem waren die Kritiken sehr positiv, was den Schriftsteller zwar freute, aber nicht besonders überraschte: „Ich habe schon Potenzial darin gesehen.“ Bei dem Rechercheaufwand, den er für das Buch betrieb, kein Wunder. Sechs Jahre lang las er Fachliteratur. Er sprach mit Experten zum Thema Marinetechnik oder einem Afghanistan-Fachmann, ehe er überhaupt zu schreiben begann. 2003 begann er mit der Recherche, 2015 kam das Buch in den Handel. „Zwischendurch habe ich aber noch andere Bücher geschrieben“, sagte er.

In der nahezu vollen Aula las Kopetzky den Schülern der Klassen zehn und elf den Prolog des Buches und eine spätere Passage der Geschichte vor. Dort versucht seine Hauptfigur, der junge Sebastian Stichnote, den afghanischen Emir im Namen des Islam auf die Seite des Deutschen Reiches zu ziehen. Sebastian Stichnote ist ein fiktiver Charakter, ansonsten beruht sein Roman auf historischen Fakten. Eine Geheimexpedition nach Südasien gab es tatsächlich während des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914. Dieses Unterfangen ist unter dem Namen „Niedermayer-Hentig-Expedition“ bekannt. Darauf stieß Kopetzky in einem Museum in London, zuvor wusste er davon nichts. Damals hätte er aber nicht gedacht, dass das Thema Dschihad heute so präsent sein würde.

Der Pfaffenhofener fing früh mit dem Bücherschreiben an. 1993 zog der damals 22-Jährige nach Berlin, um als Schriftsteller zu arbeiten. Davor studierte er Philosophie und Romanistik in München, Berlin und Paris: „Ich hatte immer die Intention, Schriftsteller zu werden. Deshalb dachte ich, ich müsste Philosophie studieren.“ Das Studium rückte aber schnell in den Hintergrund, weil er lieber an anderen Projekten arbeitete. Deshalb brach er sein Studium ab. 1997 erschien sein erster Roman „Eine uneigentliche Reise“.

„Kann man als Schriftsteller gut leben? Und was tut ein Autor, wenn er gerade nicht schreibt?“, wollte nach der Lesung eine Schülerin wissen. „Ich würde niemandem dazu raten, Schriftsteller zu werden, der es nicht muss“, antwortete Kopetzky zur Erheiterung der Schüler. Er persönlich habe einfach „viel Glück“ gehabt. Und Zeiten, in denen er nicht schreibt, gebe es eigentlich nicht: „Ich schreibe immer.“ Gerade arbeitet er an einem Roman über den Zweiten Weltkrieg. „Oft wächst ein Buch aus einem anderen“, beschreibt er seine Arbeit.

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Ein Artikel von
Gideon Ötinger

Günter Holland Journalistenschule
Ressort: Volontär

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