Mittwoch, 20. September 2017

04. Februar 2017 00:44 Uhr

Veranstaltung

So funktioniert Ökumene in Aichach

Im Jubiläumsjahr der Reformation stellen sich beide Pfarrer in Klingen denselben Fragen Von Xaver Ostermayr

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Landvolkreferentin Jutta Maier (rechts) moderierte die ökumenische Begegnung mit Pfarrer Winfried Stahl von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Aichach-Altomünster (links) und Aichachs Stadtpfarrer Herbert Gugler.
Foto: Xaver Ostermayr

Zur Abschlussveranstaltung der Seminarreihe der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) zum Thema „500 Jahre nach der Reformation – was uns trennt, was uns verbindet“ versammelten sich im Gasthaus Büchel in Klingen 120 Interessierte. Es ging um die gegenwärtige Situation der Ökumene zwischen der katholischen und evangelischen Kirche.

Als Referenten waren Pfarrer Winfried Stahl von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Aichach-Altomünster und Herbert Gugler von der römisch-katholischen Kirche Aichach gekommen. Moderatorin Jutta Maier stellte den beiden Geistlichen stets dieselben Fragen. So wollte sie von ihnen wissen, wann sie die erste Begegnung mit der anderen Konfession hatten. Herbert Gugler hatte sie in der dritten Klasse, Winfried Stahl wurde erstmals im Rahmen eines Bundesjugendspieles damit konfrontiert, als er mit den Protestanten gegen die Katholiken spielte.

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Zur Feier des Reformationstages 2017 erklärte Stadtpfarrer Herbert Gugler, dass er damit keine Feier, sondern ein Gedenken verbinde. Wichtige sei für ihn, „wie ich den Glauben und die Kirche erneuern und somit die Menschen wieder mehr zu Jesus hinführen kann.“

Zur Frage, was er am Reformator bewundert, nannte Pfarrer Stahl dessen Ehrlichkeit und Redlichkeit. Menschen mit diesen Eigenschaften schätze er generell. „Luther war mutig, er hat seine Position und den Glauben vertreten.“ Gugler fügte hinzu: „Martin Luther war ein vorbildlicher Gottsucher, das hat ihn umgetrieben.“

Moderatorin Jutta Maier stellte fest, dass die Pfarrer vor 20 oder 30 Jahren noch anderes über die andere Konfession gesagt hätten. Dabei blickte sie auf die ökumenische Bewegung zurück, die 1648 ihren Anfang genommen hatte und mit dem Westfälischen Frieden 1910 und der ersten Weltmissionskonferenz in Edinburgh fortgesetzt wurde.

Pfarrer Stahl erklärte, das Ziel könne nicht eine „uniformierte, homogene Masse“ sein. Herbert Gugler ergänzte, dass „wir schauen müssen, wie wir die Menschen erreichen. Wir müssen offen sein, gemeinsam weitermachen. Das funktioniert in Aichach ganz gut.“

Die Erklärung zur Rechtfertigungslehre der römisch-katholischen Kirche und des Lutherischen Weltbundes 1999 gilt als ökumenischer Meilenstein und als ein Schritt zum Dialog. Dennoch zeigten Wortmeldungen der Zuhörer, dass es – trotz vieler Gemeinsamkeiten – so manchen theologischen Unterschied in den Kirchen gibt. Stahl sieht die Zukunft in einer versöhnten Vielfalt und einem christlichen Nebeneinander. „Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Papst“, so Stahl an die anwesenden Katholiken.

Die Pfarrer gingen auch selbstkritisch mit ihrem Glauben um. „Da haben wir uns selber viel kaputt gemacht in Bezug auf die Beichte. Da müssen wir uns reformieren“, stellte Herbert Gugler fest. Und wie sollen die jungen Leute in die Kirche gebracht werden? Angebote seien zu machen, junge Leute anzusprechen, und vor allem müsse man offen sein, ist sich Herbert Gugler sicher. Die Jugendgottesdienste in Aichach seien die meistbesuchten Gottesdienste, sagte Gugler. Insgesamt habe die katholische Kirche nicht nur einen Priestermangel, sondern auch einen Gläubigenmangel. Wenn es um die ökumenische Weiterentwicklung geht, hat Winfried Stahl klare Vorstellungen: Die gemeinsamen Herausforderungen müssen angenommen werden, jeder habe sich einzubringen und man dürfe die Fehler nicht bei anderen suchen. Der katholische Pfarrer Gugler könnte sich eine „versöhnte Verschiedenheit“ gut vorstellen.

Abschließend kamen die Seminarbesucher zu Wort. Die Fragen reichten vom gemeinsamen Empfang der Kommunion, die Gugler mit „Wir weisen keinen zurück“, beantwortete, über den Ablauf des Feiertages am 31. Oktober, was Stahl mit „Da überlegen wir uns noch was“, beantwortete, bis hin zur konfessionellen Trennung im Religionsunterricht. Jutta Maier erklärte: „Es gibt Bestrebungen, einen gemeinsamen Unterricht auf die Beine zu stellen“. Initiatorin Maria Hussak dankte der Moderatorin und den Referenten. Fazit: Was evangelische und katholische Ökumene anbelangt, gingen Winfried Stahl und Herbert Gugler in Klingen mit gutem Beispiel voran.

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