Aichach-Friedberg/Altomünster „Reden einstellen!“, schallt es durch die Abfüllstation der Altomünsterer Brauerei Mayr. Mucksmäuschenstill ist es. Selbst die Abfüllanlage steht. Das liegt allerdings an einem fiktiven Störfall. Denn die Brauerei war am gestrigen Freitag Schauplatz für einen Dreh des „Dahoam is Dahoam“-Fernsehteams. Zwei Stunden lang dauerten die Aufnahmearbeiten, dann waren die beiden Szenen im Kasten. Im Januar können die Zuschauer sie in der Serie sehen.
Seit Oktober 2007 flimmern die Erlebnisse der Dorfbewohner von Lansing vier Mal die Woche im Vorabendprogramm des Bayerischen Fernsehens über den Bildschirm. Eine stetig wachsende Fangemeinde verfolgt das Leben in dem fiktiven oberbayerischen Dorf. Gedreht wird meist im Filmdorf Lansing, das auf dem 15000 Quadratmeter großen Gelände der ehemaligen Dachauer Papierfabrik steht.
80 Prozent der Aufnahmen entstehen dort, sagt Corinne Weinek, Sprecherin des Bayerischen Fernsehens. Nur gelegentlich geht es für Dreharbeiten runter vom Filmgelände. „Es lockert die Serie sehr auf, ist aber auch immer ein Riesenakt und Kostenfaktor“, sagt Weinek.
Mit fünf großen Fahrzeugen ist das Fernsehteam nach Altomünster gekommen. Licht, Ton, Kamera, Maske, Kostüm, Schnitt, Requisite – alles muss vor Ort vorhanden sein. Die Schauspieler selbst saßen schon im Filmdorf in der Maske. Die beiden Maskenbildnerinnen Vreni Rüggeberg und Mona Herbold sind trotzdem mit vor Ort – falls sie nachschminken müssen.
In nicht einmal einer Stunde hat das Team in der Abfüllstation der Brauerei die Scheinwerfer aufgebaut, die Gleise für die mobile Kamera verlegt, Kontrollbildschirme aufgestellt und sämtliche Kabel verlegt. Währenddessen stimmt Coach Claus Steigenberger die drei Schauspieler Hermann Giefer (er spielt den Martin Kirchleitner in der Serie), Teresa Rizos (Caroline Ertl) und Heinrich Stadler (der Stadler) auf die kommende Szene ein.
Darsteller stehen oft von acht bis 20 Uhr vor der Kamera
Von Dienstag bis Freitag stehen die Darsteller des Filmdorfes vor der Kamera. Oft von acht Uhr morgens bis 20 Uhr. Die Texte würden sie meistens am Wochenende lernen, sagt Weinek. Gedreht werden allerdings immer nur einzelne Szenen, keine fortlaufende Handlung. „Da kann es schon vorkommen, dass die Darsteller eben eine tieftraurige Szene und dann kurz darauf eine ganz lustige haben“, weiß Weinek aus Erfahrung. Der Coach hilft den Schauspielern dabei, sich emotional auf die jeweils anstehende Szene einzustimmen.
Die Altomünsterer Brauerei ist nicht zum ersten Mal Kulisse für die Filmaufnahmen. Wann immer Szenen direkt in der Brauerei spielten, dann wurden die in Altomünster gedreht.
Absolut heimisch dürfte sich dabei „der Stadler“ fühlen. Heinrich Stadler, wie er sowohl wirklich als auch im Film heißt, spielt nicht nur im Film einen Brauer, sondern hat auch im richtigen Leben das Brauereihandwerk gelernt. „Er hat bei den Szenen bestimmt Tipps gegeben“, kann sich Weinek vorstellen.
Von der Empore der Brauerei aus verfolgt Thomas Sedlmayr die Filmaufnahmen. Der 17-jährige Oberschneitbacher ist ein erklärter „Dahoam is Dahoam“-Fan. Um bei dem Dreh zusehen zu können, hat er sogar extra Urlaub genommen. Als Sohn des echten Braumeisters der Brauerei ist er einer der wenigen, die überhaupt wussten, dass das Fernsehteam an diesem Tag drehen würde. Nun genießt er das Privileg, als einziger Zuschauer dabei zu sein.
In der Abfüllstation dreht sich inzwischen alles um den technischen Störfall. Mucksmäuschenstill ist es, es wird gedreht. „Wer jetzt die Aufnahme mit einem Geräusch stört, der muss eine Runde ausgeben“, flüstert Weinek. Um was es bei dem Störfall genau geht, können die Zuschauer am 10. und 11. Januar erleben. Dann werden die beiden gestern gedrehten Szenen ausgestrahlt.