Aichach/Kühbach Die Mobbingvorwürfe eines Vaters gegen vier Lehrer der Kühbacher Schule haben nun doch ein gerichtliches Nachspiel: nicht für die Pädagogen, sondern für den Beschwerdeführer selbst. Der Vater und seine Frau sind angeklagt wegen Verleumdung. Die Verhandlung findet heute vor dem Aichacher Amtsgericht statt. Die Lehrer hatten sich mit einer Strafanzeige gegen die Anschuldigungen gewehrt.
Vor einem knappen Jahr war der Vater mit seinen Vorwürfen selbst an die Öffentlichkeit gegangen (wir berichteten mehrfach). Seine drei Stiefkinder würden von Lehrkräften gemobbt, sagte er. Das habe psychische Folgen für die Kinder. In den folgenden Wochen schaltete der Vater auch die Regierung von Schwaben und das Kultusministerium ein. Mit allen Anträgen und Beschwerden blitzte er aber bei den übergeordneten Stellen ab. Daraufhin reagierte der Vater mit einer Strafanzeige gegen vier Lehrer der Schule und gegen die beiden Leiter des Aichacher Schulamtes, weil diese nichts gegen das Mobbing seiner Kinder unternehmen würden.
Sowohl die Schule unter Rektor Alfons Kreppold als auch Schulamtsdirektor Alois Lechner hatten die Vorwürfe von Anfang an zurückgewiesen. Sie wurden darin von der Staatsanwaltschaft bestätigt. Der Pressesprecher der Augsburger Anklagebehörde, Matthias Nickolai, teilte im August mit, das Verfahren werde eingestellt. Die Vorwürfe seien haltlos. „Eine Strafbarkeit der Beschuldigten hat sich unter keinem Gesichtspunkt ergeben“, so Nickolai. Daraufhin reagierten nun die vier Pädagogen. Sie stellten ihrerseits Strafanzeige gegen die Beschwerdeführer. Mit Erfolg. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Verleumdung. Gegen diesen Vorwurf hat sich heute das Paar vor Amtsrichter Thomas Konopka zu verantworten. Geladen sind sieben Zeugen, darunter die vier Lehrer der Kühbacher Schule. Die Kinder des Paares werden dort inzwischen übrigens nicht mehr unterrichtet, sie haben die Schule gewechselt. (jca/bac/cli)