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30. Januar 2011 09:15 Uhr

Aichach-Friedberg

Wege aus der Kirchenkrise

"Auferstehen im Untergehen: Kirche in der Krise" - so lautete das Thema eines Referats von Domkapitular Prälat Dr. Bertram Meier beim Ländlichen Seminar der Katholischen Landvolkbewegung im Dekanat Aichach. Von Xaver Ostermayr

Aichach-Friedberg. "Auferstehen im Untergehen: Kirche in der Krise" - so lautete das Thema eines Referats von Domkapitular Prälat Dr. Bertram Meier beim Ländlichen Seminar der Katholischen Landvolkbewegung im Dekanat Aichach. Der Vorsitzende der Landvolkgemeinschaft, Jakob Riedlberger aus Klingen, konnte im Gasthaus Büchel rund 100 Zuhörer begrüßen.

Meier fand klare Worte: "Das vergangene Jahr hat uns in herbe Seenot gebracht. Auch im Volk Gottes gibt es schwarze Schafe", sagte er. 16 000 Kirchenaustritte und rückläufige Zahlen bei den Gottesdienstbesuchern hatte das Bistum Augsburg im vergangenen Jahr zu verkraften. Meier klagte nicht an - ob nun in Richtung Mixa oder zu den Missbrauchsfällen -, sondern versuchte Perspektiven aufzuzeigen, wie die Kirche diese Krise bewältigen kann.

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Meier forschte bei seinen Lösungsvorschlägen zur Krisenbewältigung immer wieder an den Quellen der christlichen Glaubensgeschichte. Europa und das Christentum gehören eng zusammen, nicht nur des Glaubens wegen, sondern auch aus kultureller Betrachtungsweise. "Das Christentum ist die Seele Europas", so Meier. Und: In der Kirche gebe es keine Ausländer.

Dennoch: "Dunkles und Pathologisches hat sich auch in Europa in das Christentum eingenistet, das dürfen wir nicht verleugnen", sagte der Referent. Er hat viele Jahre in Rom studiert und gewirkt und brachte seine persönliche Lösung mit nach Klingen: "Wir sollten versuchen, unser Gedächtnis zu reinigen, nur so kommen wir aus der Krise. Das müssen wir ehrlich angehen. Das gilt auch für die Kirche".

Es geht um Glaubwürdigkeit

Die Krise der Kirche sei auch eine Krise der Glaubwürdigkeit. "Der Mensch hat viel Wissen, aber oftmals wenig Gewissen." Auch gilt es, dass die Kirche ein menschlicheres Gesicht bekomme. "Eine Kirche, die Türen abschließt, wird schwer aus der Krise kommen. Die Tür muss offen bleiben", so Meiers Appell. Auch auf das Zweite Vatikanische Konzil ging der Domkapitular ein, das seiner Ansicht zahlreiche Aufbrüche und nicht nur Abbrüche gebracht hat. "Das Konzil hat eine Austrocknung der Kirche verhindert". Nun habe jeder die Möglichkeit sich zu engagieren. Das müsse nicht nur am Altar sein, auch die Spiritualität sei gefragt. Mit Glaubens- und Moralsystemen könne man die Jugend nicht begeistern.

Man solle sich der Kirche permanent nähern, gerade in einer Zeit, in der die psychische Obdachlosigkeit stetig zunehme. Den Vortrag beendete der Referent mit dem Wunsch: " Die Kirchen müssen in den Dörfern bleiben". Von Xaver Ostermayr

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