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20. Januar 2010 06:03 Uhr

Weißbier-Waldis Theken-Talk

Gersthofen Sportreporter Waldemar Hartmann und Gersthofens ehemaliger Bürgermeister Siegfried Deffner haben sich zuletzt bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking getroffen, als Hartmann mit Harald Schmid den WM-Club moderierte. Inzwischen haben beide leicht zugelegt. Während sich Deffner zur Ruhe gesetzt hat, geht der gleichaltrige Waldemar Hartmann (61) jetzt mit einem Soloprogramm auf Tournee, das er - wie das gleichnamige Buch - "Born to be Waldi" betitelt. Von Oliver Reiser

Es ist aber nicht wirklich ein Kabarett-Programm, eher eine Autorenlesung. 90 Prozent der amüsanten Geschichten und Schmonzetten sind während unzähliger Übertragungen von Länderspielen, Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften tatsächlich passiert. Bisher hat Waldi sie allerdings nur in den dritten Halbzeiten von Fußballspielen oder den 13. Runden von Boxkämpfen an den Hotelbars und Theken der Welt zum Besten gegeben. Darüber könnte man ein Buch schreiben heißt es immer so schön. Hartmann hat's gemacht und tritt damit jetzt auf die Bühne. "Weil ich schon immer mal mein eigener Programmdirektor sein wollte."

Eigentlich hätte ja sein Spezl Lothar Mätthäus mit nach Gersthofen kommen sollen. "Doch der hat abgesagt, weil er bei der Geburt seiner nächsten Frau dabei sein will", lästert Hartmann mit angeklebtem Schnauzbart über Weggefährten wie Franz Beckenbauer, Max Merkel, Rainer Calmund, Jürgen Klinsmann oder auch Spielerfrauen ab.

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Augenzwinkernd und sympathisch plaudert Waldi, der dafür bekannt wurde, dass er alle seine Gesprächspartner duzte, aus dem Nähkästchen. Zum Beispiel über sein persönliches Sportidol Muhammad Ali, den er 1976 noch als Cassius Clay persönlich kennengelernt und sogar nackt unter der Dusche geschehen hat. "Seitdem weiß ich, warum er der Größte war."

Video-Einspielungen untermalen den lockeren Theken-Talk. Darunter das legendäre Interview mit Bundestrainer Rudi Völler, das Hartmann eine "Rudi-Rente" beschert hat. Heute verlängert er den Vertrag mit einer bekannten Münchner Brauerei um weitere drei Jahre. Ein Werbespot mit Torwart-Titan Oliver Kahn, der nach seiner Ausbootung kurz vor dem Weltmeisterschaft 2006 im Biergarten sitzend sagt: "Gell Waldi, auf der Bank ist es halt doch am schönsten", hat ihm sogar die Goldene Kamera eingebracht. "Nach 30 Jahren Gesabbel und Gebabbel saß ich 15 Sekunden wortlos neben ihm", wundert sich Hartmann. "Da habe ich schon über mein Berufsbild nachgedacht."

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Bilder von "Waldis" Auftritt

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