Freitag, 23. Februar 2018

03. Februar 2018 04:15 Uhr

Aindlinger Hallenbad

Wo die Kinder schwimmen lernen

Die Kurse der Wasserwacht sind stets völlig ausgebucht und schon die Drittklässer springen im Sport ins Wasser: In Aindling können besonders viele Menschen schwimmen, scheint es.

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Das Schwimmbecken liegt ruhig da. Die bunten Fliesen an der Wand spiegeln sich im Wasser. Sie bilden ein Muster, das an diesen Ort passt. Bewegte Farbwellen, verschwommen und verwackelt. Licht strömt durch eine breite Fensterfront in die Halle. Die Wand neben den Fenstern ist rot gestrichen, ein warmes Rot. Anton Treffer hat schon viele Schwimmbäder in seinem Leben gesehen. „Unseres zählt zu den schönsten“, sagt er.

Treffer ist Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzender bei der Wasserwacht Aindling. Seit vielen Jahren schon gibt die Wasserwacht Schwimmkurse im Aindlinger Hallenbad, das 1977 eingeweiht wurde. Die Kurse sind immer voll. Pro Jahr lernen dadurch mindestens 100 Kinder und Erwachsene schwimmen. Für sie ist das lebenswichtig, sagt Treffer: „Denn wer schwimmen kann, ertrinkt nicht.“ Und Schwimmen kann ein Großteil der jungen Aindlinger, schätzt der Wasserwachtler. Seit Jahren schon sei am Aindlinger Badesee niemand mehr ertrunken. „So ein Schwimmbad ist ein ganz großes Plus.“ Darin finden nicht nur die Kurse der Wasserwacht statt, sondern auch Angebote der Volkshochschule wie etwa Wassergymnastik. Gerade für ältere Menschen sei Bewegung im Wasser ideal, sagt Treffer. Aber auch alle anderen kommen gern zu den öffentlichen Badezeiten. „Unser Schwimmbad ist gut ausgelastet, viel mehr geht nicht mehr.“

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Zu den fleißigsten Nutzern zählen die Schulen, allen voran die Grund- und Mittelschule Aindling. Von der dritten bis zur zehnten Klasse haben die Aindlinger Schüler regelmäßig Schwimmunterricht – die Kleinen sogar alle zwei Wochen eine Doppelstunde. Vor dem Hintergrund dessen, dass immer mehr Kinder nicht schwimmen können, sei das toll, sagt Schulleiterin Brigitte Beck – und eine „absolute Besonderheit“ im Vergleich zu vielen anderen Schulen. Beck weiß, wovon sie spricht. Bevor sie nach Aindling wechselte, war sie Schulleiterin in Nördlingen. Dort musste sich die Schule das städtische Bad mit allen anderen Schulen teilen. Das Ergebnis: „Jede Klasse hatte vielleicht vier Stunden Schwimmen im Jahr.“

Diese Kinder nutzen das Hallenbad in Aindling

Genutzt wird das Aindlinger Bad auch von den Kindern aus dem Schulverband in Petersdorf, Rehling, Todtenweis und Affing. Sogar die Schule in Pöttmes und die Realschule Bergen nutzen die Halle für ihren Schwimmunterricht. Die Schüler aus den anderen Orten kommen mit Bussen – während die Aindlinger kurze Wege und folglich mehr Zeit im Wasser haben. „Das ist ein echter Standortvorteil“, findet Schulleiterin Beck.

Wer seine Schullaufbahn in Aindling absolviert hat, kann deshalb in aller Regel auch schwimmen. „Die Quote dürfte bei 100 Prozent liegen“, schätzt Beck. Denn sollte es Kinder geben, die im Wasser noch sehr unsicher seien, wie das bei „Zugezogenen“ und Flüchtlingen immer wieder vorkomme, dann könne die Schule flexibel reagieren: Solche Schüler hätten dann einfach noch ein bisschen mehr Schwimmunterricht.

Wenn sich die Schüler mit den Kursteilnehmern am Nachmittag und den Badbesuchern am Abend abwechseln, dann behält Bademeister Peter Hammerl den Überblick. Rund 40 Stunden arbeitet der 52-Jährige wöchentlich im Bad. Einmal in der Woche schwimmt er auch selbst, um fit zu bleiben. Er ist gelernter Landmaschinenmechaniker, der den Rettungsschwimmerschein in Silber und einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht hat. Seit 2010 ist er fürs Hallenbad zuständig. Er verkauft die Eintrittskarten, macht die Badeaufsicht, überwacht die Technik und die Qualität des Wassers. Dazu geht er täglich runter in den Heizungskeller und misst den Chlor- und pH-Wert per Hand nach – so will es das Gesundheitsamt. Das muss Hammerl auch dann, wenn das Bad gar nicht geöffnet hat, zum Beispiel an Samstagen und Sonntagen. „Sogar an Weihnachten war ich hier“, sagt Hammerl.

Aindlings Bademeister liebt seine Arbeit

Dort unten, im Keller, befindet sich neben der Betonwanne, die das Becken bildet, das eigentliche Herzstück des Schwimmbads: Dort wird das Wasser gefiltert und aufbereitet. Chlor hinzugefügt, in genau festgelegten Mengen. Dort wird die Temperatur geregelt. Rohre und Kessel stehen unten, größer als ein Mensch. Ein breites schwarzes Becken, zu dem eine Leiter hinaufführt: der Schwallwasser-Behälter. Es ist Hammerls Reich, inzwischen. „Man lernt das Technische mit der Zeit“, sagt er und schmunzelt.

Die Arbeit gefällt dem Bademeister gut. Es sei immer viel los, wenn das Bad von Mitte September bis zu den Pfingstferien geöffnet habe. 40 bis 60 Besucher kommen im Schnitt am Tag, schätzt er – abhängig vom Wetter. Dienstags bis freitags ist ab 17.30 Uhr öffentlicher Badebetrieb, Mittwochabend eine Stunde eigens für Senioren. „Das wird gut angenommen“, sagt Hammerl. Er kann sich zum Beispiel an einen älteren Herrn erinnern, der mit dem Rollator bis zum Bad gelaufen sei – um dann im Becken gekonnt seine Bahnen zu ziehen.

Auch an diesem Nachmittag sind die Umkleiden schon belegt. In seiner Bademeister-Kabine mit Blick aufs Wasser drückt Hammerl auf ein paar Knöpfe auf einer Schaltfläche. Die Lichter in der Halle gehen an. Da kommen schon die ersten Frauen aus den Duschen und gleiten langsam ins Wasser. Am Beckenrand steht ein Kursleiter und dreht die Musik auf: Aquagym steht auf dem Programm.

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Ein Artikel von
Ulrike Eicher

Donauwörther Zeitung
Ressort: Lokalnachrichten


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