Aichach hat dank seiner Unternehmen „quasi Vollbeschäftigung“. Kritik aber an teils zu geringen Einkommen


In einer glücklichen Lage sieht Bürgermeister Klaus Habermann die Stadt Aichach in Bezug auf die breite Basis von Unternehmen und die geringe Arbeitslosenquote. Beim traditionellen Arbeitnehmerempfang im Vorfeld zum Tag der Arbeit am 1. Mai wies er im Sisi-Schloss darauf hin, dass der Feiertag mehr als nur Maibaumaufstellen und Maifeste bedeute. „Er sollte schon noch den ihm gebührenden Rang erhalten.“ Denn gerade die Arbeitnehmer hätten mit ihrer Arbeit dazu beigetragen, dass Deutschland das ist, was es heute ist.
Als völlig unakzeptablen Zustand bezeichnete er den Umstand, dass ein steigender Anteil von Arbeitnehmern trotz Vollzeitbeschäftigung mit ihrem Einkommen die Familie nicht mehr ernähren können und auf sogenannte Transferleistungen, also staatliche Hilfen, angewiesen sind. „Ein Zustand, der möglichst sofort abgestellt werden sollte.“ Soziale Unzufriedenheit sei die Keimzelle politischer und gesellschaftlicher Verwerfungen, mahnte der Bürgermeister. „Obwohl sie heute Vollzeit arbeiten, droht vielen Altersarmut“, warnte er vor den Auswirkungen, die erst in einigen Jahren voll zum Tragen kommen werden. Unabsehbar seien dabei die Belastungen, die auf Bund und Land, speziell aber auch auf die Kommunen zukommen werden. „Allein der Blick auf die Zahlen für Sozialleistungen im Kreishaushalt, die Jahr für Jahr steigen, spricht Bände.“
Mit einer Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent habe man in Aichach selbst „quasi Vollbeschäftigung“, was Habermann auf eine breite Basis von Unternehmen aus dem gewerblichen und dem dienstleistenden Bereich zurückführte.
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