Sechster Angeklagter im Komplex zu getürkten Leasingverträgen für Kühbacher Pleitefirma erhält Haftstrafe über fünf Jahre und sechs Monate. Anlageberater aus Ostalbkreis hatte zudem 16 Kunden um insgesamt eine Million Euro geprellt Von Christian Lichtenstern
Von Christian Lichtenstern
Augsburg/Kühbach Die Akte Förster ist geschlossen – zumindest die vor Gericht. Die juristische Aufarbeitung des gewerbsmäßigen Betrugs in Millionenhöhe bei der insolventen Kühbacher Firma endete jetzt mit der Verurteilung des sechsten Angeklagten vor dem Landgericht in Augsburg. Der Unternehmensberater aus einer Stadt im Ostalbkreis (Baden-Württemberg) muss für insgesamt fünf Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Der 55-Jährige stand nicht nur wegen der getürkten Leasing-Verträge des Kühbacher Unternehmens vor der Wirtschaftsstrafkammer. Er musste sich auch für Anlagebetrug verantworten. Er hat 16 Kunden in 44 Fällen um insgesamt eine Million Euro gebracht.
Bereits im November und Dezember sind die Geschäftsführer von Förster Formen (zwei Brüder) und drei Firmenberater in zwei Prozessen verurteilt worden. Die früheren Geschäftsführer und Eigentümer der insolventen Firma Förster sind bereits wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Insolvenzverschleppung zu einer Haftstrafe von jeweils vier Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Die Brüder hatten unter Mithilfe ihrer Geschäftspartner mehrere Leasinggesellschaften und Banken um insgesamt rund zwei Millionen Euro betrogen.
Die Firmenchefs boten ihre Spezial-Werkzeugmaschinen über die Strohleute für fünf- und sechsstellige Summen gleich mehreren Gesellschaften zum Kauf an. Ein und dieselbe Maschine, die immer im Betrieb in Kühbach stand, wechselte auf diese Weise bis zu drei Mal ihren Besitzer, um dann von Förster Formen anschließend immer wieder neu gemietet (geleast) zu werden. Bei einem Kreditgeschäft wurde außerdem eine Augsburger Bank um rund 650000 Euro betrogen.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: