Das neue Gymnasium in Diedorf bietet mehr an als geplant: Ab der achten Jahrgangsstufe gibt es auch einen wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Zweig . Bisher war nur ein sprachlicher Zweig im Gespräch.


Landkreis/Diedorf. Um die Augsburger Gymnasien - speziell das völlig überlaufene "Peutinger" wie auch das "Fugger" - zu entlasten, wird das neue Gymnasium in Diedorf ab der achten Jahrgangsstufe einen wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Zweig anbieten. Bisher war immer ein sprachlicher Zweig im Gespräch, doch das wurde bei einem Treffen im Kultusministerium korrigiert, berichtete Landrat Martin Sailer gestern vor den Medien.
Das "Peutinger" hatte im vergangenen Jahr 100 Schüler abweisen müssen, die dann an andere Gymnasien (vor allem nach Neusäß) umgeleitet wurden. Deshalb erwarte man bei dieser Konstellation die größte Entlastungswirkung. Grundsätzlich wird Diedorf als naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium ausgerichtet - die Differenzierung beginnt ab der achten Jahrgangsstufe. "Pate" für das Gymnasium i. G. (in Gründung) wird Gersthofen sein - und zwar während der zweijährigen Aufbauphase. Ab 1. August 2012 werde die neue Schule dann rechtlich selbstständig mit eigener Schulleitung und eigenem Lehrkörper. Der Landrat hat auch schon den ersten Abiturjahrgang im Blick - im Mai 2018 werden die ersten jungen Leute Diedorf mit dem Abiturzeugnis in der Hand verlassen.
Dass Gersthofen Diedorf an die Hand nimmt und nicht das naheliegende Neusäß, hat nach Angaben von Sailer auch mit einer gewissen Konkurrenz der beiden Schulen zu tun. Hätte man beim Elternabend die Schüler und Eltern mehr für Neusäß oder für Diedorf begeistern sollen? Auf Wunsch des dortigen Schulleiters Ernst Weidl habe man sich deshalb für Gersthofen entschieden, so der Landrat.
Infoabend am 14. April
Auf das dortige "Paul-Klee" und die Lehrer komme eine erhebliche Mehrbelastung zu, sagte Schulleiter Peter Krauß, der sich bereits zwei Stunden nach dem O.k. aus dem Finanzministerium vor Wochenfrist die Räume in Diedorf angeschaut hat. Das findet den Beifall des Landrats: "Schulleitung und Kollegium sind hoch motiviert und engagiert."
Krauß rechnet damit, dass Gersthofen vier Lehrer zusätzlich bekommt, um die wahrscheinlich drei Eingangsklassen in Diedorf (man kalkuliert mit etwa 90 Schülern) unterrichten zu können. "Es wird einige Kollegen geben, die massiv zwei bis drei Tage ganz drüben sein werden." Er rechne auch damit, dass eine Reihe von Gersthofer Kollegen bei der Gründungsmannschaft von Diedorf im August 2012 dabei sein werden.
Beim Infoabend am Mittwoch, 14. April, 17.30 Uhr, geht es nun darum, Eltern wie Schüler für Diedorf zu begeistern. Man werde jetzt ganz massiv an den Grundschulen (auch in der Stadt Augsburg, speziell in Oberhausen und im Bärenkeller) Werbung für Diedorf machen, betonte Sailer.
Bürgermeister Otto Völk verwies deshalb nicht nur auf die Räume in der jetzigen Hauptschule, auf Schwimm- und Sporthalle, sondern auch auf die Sternwarte im Haus und das nahe Jugendkulturhaus Eukitea, wo Räume für eine Theater AG zur Verfügung gestellt werden können.
Sehr schnell eine eigene Identität und eine eigene Homepage
Schulleiter Peter Krauß zollte dem Markt Diedorf ein dickes Lob: "Die Hauptschule ist extrem gut ausgestattet, alle notwendigen Fachräume sind da, die Schule ist ausgestattet wie ein Gymnasium." Und sollte sich herausstellen, dass noch etwas fehlt, dann werde man Diedorf selbstverständlich auf den für ein Gymnasium erforderlichen Stand bringen, ergänzte der Landrat.
"Unser Interesse ist, dem Gymnasium in Diedorf sehr schnell eine eigene Identität zu verleihen", betonte Krauß. Nicht nur deshalb werde es bereits sehr bald eine eigene Homepage geben. (de)
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