Freitag, 23. Februar 2018

14. Februar 2018 07:00 Uhr

Gersthofen

57 neue Wohnungen für Gersthofen statt Betrieb für Karosseriebau

Die neuen Ideen für das Theiml-Areal am Gersthofer Lechkanal gefallen dem Planungsausschuss gut. Kritik gibt es aber an der Geschosshöhe.

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Albert Kaps (Pro Gersthofen) kritisierte, dass das südlich des Grundstücks gelegene Mühlängerle von sehr vielen Biotopen durchzogen ist. Daher sollte im neuen Wohngebiet am Lechkanal auf ein Geschoss verzichtet werden.
Foto: Eberhard Friedrich (Archivbild)

57 Wohnungen statt einer Karosseriewerkstätte: Nach einer künftigen Schließung der Firma Theiml an der Lechwehrstraße in Gersthofen soll das Areal umgenutzt werden. Wie das Gelände künftig belegt werden soll, zeigt eine erste Studie, die im Planungsausschuss behandelt wurde.

Wie Gersthofens Städteplaner Roland Schmidt erläuterte, hat das Büro SQ Architekten Augsburg im Auftrag des Grundstückseigentümers bereits ein relativ präzises Konzept für die Umwandlung des gut 7200 Quadratmeter großen Grundstücks vorgelegt. Vorgesehen ist darin eine 57 Wohneinheiten schaffende Bebauung mit verschiedenen Häusertypen, vom Punkthaus bis hin zum Geschosswohnungsbau.

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Hof wird auch zum Spielen genutzt

Die Stadthäuser sind dabei im südlichen Bereich des Grundstücks angesiedelt und gruppieren sich um einen gemeinschaftlichen Hof, der auch zum Spielen genutzt wird. Im Norden des Areals sieht die Konzeptstudie Mietwohnungsbau vor. Das nördlichste Gebäude soll geförderte Mietwohnungen aufweisen. Zur Lechwehrstraße hin ist hier ein Gemeinschaftshof vorgesehen.

Die Höhe der Häuser soll von zwei bis fünf Geschossen variieren. Schmidt zufolge ist eine „verträgliche Baudichte bei sehr hoher Wohnqualität“ zu erwarten. „Dies wird durch ein ansprechendes Freiraumkonzept unterstützt.“

Tiefgarage und oberirdische Parkplätze

Die erforderlichen Parkplätze sollen zum größten Teil in einer gemeinschaftlichen Tiefgarage untergebracht werden, deren Einfahrt an der Lechwehrstraße zwischen den Stadthäusern und den Mietwohnungen liegt. Über der Einfahrt könnte „Urban Gardening“, also gemeinschaftliches Garteln, stattfinden. Oberirdische Stellplätze werden außerdem angeboten.

Roland Schmidt und Bürgermeister Michael Wörle begrüßten ausdrücklich die Durchmischung der Wohnformen und besonders, dass ein Wohnblock für geförderten Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden soll. „Das Grundstück wird so umgewandelt, wie sich das der Stadtplaner wünscht“, betonte Schmidt. Um dieses städtebauliche Konzept umsetzen zu können, müssen allerdings rund 175 Quadratmeter Fläche von der Stadt Gersthofen erworben werden. „Für unseren Bedarf ist das ein perfektes Projekt“, lobte Michael Wörle.

Ein Stockwerk höher als die vorhandene Bebauung

Bernhard Happacher (Freie Wähler) begrüßte die Konzeptstudie. „Derzeit ist wegen des Gewerbebetriebs ein starker Lastwagenverkehr in der Lechwehrstraße. Dieser würde reduziert.“ Allerdings sei die Höhe von bis zu vier Geschossen plus Penthouse noch ein Stockwerk höher als die vorhandene Bebauung in der Umgebung.  Max Poppe (CSU) fand das Konzept im planerischen Umgriff und in seiner Dimensionierung stimmig. „Die Grundstücksabtretung könnten wir verschmerzen.“ Allerdings sei noch zu klären, welche Auswirkungen die neue Bebauung auf die Griesstraße haben wird. „Das ist nicht unproblematisch“, so Poppe.

Das südlich des Grundstücks gelegene Mühlängerle sei von sehr vielen Biotopen durchzogen“, gab Albert Kaps (Pro Gersthofen) zu bedenken. Deswegen sollte auf ein Geschoss verzichtet werden. Zustimmung kam auch von Peter Schönfelder (SPD/Grüne): „Der Eigentümer kommt seiner sozialen Verpflichtung nach. Das Projekt dauert drei bis fünf Jahre, da können soziale Härten für die Angestellten der derzeitigen Karosseriewerkstätte vermieden werden.“

Josef Koller (W.I.R.) erklärte, das Projekt entspreche voll dem Zeitgeist. „Das ist gelebte Innenstadtentwicklung.“

Gegen die Stimme von Albert Kaps stimmte der Planungsausschuss dem Konzept zu. Es soll nun in Zusammenarbeit mit dem Büro SQ Architekten weitergeplant werden, sodass ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet werden kann.

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Ein Artikel von
Gerald Lindner

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