Dienstag, 21. Mai 2013

22. Oktober 2012 20:59 Uhr

Augsburg

900 Meter fehlen für eine kostenlose Schüler-Fahrkarte

Oliver aus Kriegshaber bekommt keine kostenlose Fahrkarte zu Schule, weil sein Schulweg ein paar Hundert Meter zu kurz ist. Der Vater will nun eine Petition einreichen.

Oliver aus Kriegshaber bekommt keine kostenlose Fahrkarte, weil sein Schulweg 900 Meter zu kurz ist. Sein Vater will das mit einer Petition im Landtag ändern.
Foto: Alexander Kaya

Olivers Weg von seinem Zuhause in Kriegshaber in die Oberhauser Heinrich-von-Buz-Realschule ist 2,1 Kilometer lang. Von Gesetzes wegen 900 Meter zu kurz für eine kostenlose Fahrkarte. Für seinen Vater Alexander Peetz ist die Länge der Strecke nicht das einzige Argument. Weil der Weg seiner Meinung nach gefährlich ist, kämpft er seit Monaten für ein Ticket zum Nulltarif. Bislang vergeblich: Für die Monatsfahrkarte muss er 42,60 Euro bezahlen.

Vater will allen Schulkindern eine kostenlose Fahrkarte ermöglichen

Jetzt erhofft sich der Familienvater von einer Petition im Landtag eine Kehrtwende. Peetz möchte nicht nur für seinen Sohn eine kostenlose Fahrkarte erhalten, sondern will es allen Kindern in Bayern ermöglichen, kostenlos oder gegen eine geringe Pauschale mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Schule zu fahren – unabhängig von der Länge des Weges.

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Neben den Weg-Gefahren argumentiert Peetz mit Haltungsschäden aufgrund der schweren Schulranzen. Außerdem seien kostenlose Fahrkarten eine Frage der Chancengleichheit. Kinder aus ärmeren Familien könnten sich definitiv kein Ticket leisten, sagt der Vater.

Die Augsburger SPD unterstützt den Vorstoß des Vaters

Schützenhilfe bekommt Peetz von der Augsburger SPD. Die Abgeordneten Heinz Paula (Bundestag) und Linus Förster (Landtag) sowie Stadtrat Stefan Kiefer waren mit Vater und Sohn im Winter den Schulweg abgegangen und hatten daraufhin gefordert, das bestehende Gesetz im Landtag zu überprüfen und zu korrigieren. Der Schulweg von Oliver sei heftig, argumentiert Förster. Aus seiner Sicht wäre eine Härtefallregelung angebracht.

Die Petition soll am 24. Oktober behandelt werden. Über die Erfolgsaussichten will der Landtagsabgeordnete nicht spekulieren. Tatsache ist, dass im Gegensatz zum Vater weder Bildungsreferent Hermann Köhler (unter Berufung auf die Polizei) noch die Regierung von Schwaben den Schulweg des Buben als besonders gefährlich einstufen. Es seien durchwegs Gehwege vorhanden und die Überquerung der stark befahrenen Straßen erfolge lichtzeichengesichert, schreibt Staatssekretär Bernd Sibler in einer Stellungnahme. Nach dem bestehenden Gesetz besteht Anspruch auf eine kostenlose Fahrkarte, wenn der Schulweg länger als drei Kilometer ist.

Für die Jahrgangsstufen 1 bis 4 gilt eine Mindestlänge von zwei Kilometern. Ausnahmen sind möglich bei einer besonders gefährlichen oder beschwerlichen Strecke.

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