Samstag, 23. September 2017

24. August 2015 18:56 Uhr

Meitingen

Achtung, Vollbremsung!

Beim Fahrsicherheitstraining qualmen die Bremsen und schlittern die roten Riesen über den Lech-Stahlwerke-Parkplatz Von Steffi Brand

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Auch beim Bremsen auf einer rutschigen Plane ist mit dem mehrere Tonnen schweren Gefährt Vorsicht geboten. Das Tanklöschfahrzeug TLF16/25 hat eine zulässige Gesamtmasse von über 12000 Kilogramm.

Normalerweise treffen sie sich im Einsatz: beim Autounfall auf der Bundesstraße, bei großen Firmenbränden. Doch am Samstag trafen sich die Feuerwehren der Marktgemeinde Meitingen sowie die Werkfeuerwehr der Lech-Stahlwerke in anderer Mission: Sie gingen auf Tuchfühlung mit ihren tonnenschweren Feuerwehrfahrzeugen und absolvierten auf dem neuen Parkplatz der Lech-Stahlwerke in Meitingen-Herbertshofen ein Fahrsicherheitstraining.

Neun Stationen galt es zu meistern. Dominik Dirr, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Herbertshofen und der Initiator der Aktion, erklärt, was im Einzelnen trainiert werden konnte: Neben Stationen zum Abschätzen der Fahrzeugbreite, dem Slalomfahren, einem Ausweichmanöver, einer Einparkübung und einer Vollbremsung auf normalem Straßenbelag sowie auf einer rutschigen Plane manövrierten die Feuerwehrmänner ihre Fahrzeuge auch auf eine Wippe.

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Gemeinderatsmitglied Alois Reiner fungierte bei der Aktion als speziell ausgebildeter Fahrlehrer und erklärt die Intention des Trainings: „Ziel war, dass die Feuerwehrmänner ihre Fahrzeuge besser kennenlernen und die Reaktion testen können.“ Möglich war dies nur, weil der große Parkplatz seitens der Lech-Stahlwerke zur Verfügung gestellt wurde.

Bastian Mangliers, Mitarbeiter der Unternehmenskommunikation der Lech-Stahlwerke, erklärt: „Durch den Werkstillstand ist genug Platz auf dem Parkplatz.“ Und so sollte das Fahrsicherheitstraining nicht nur für die Werkfeuerwehr der Lech-Stahlwerke, sondern auch für die Ortsfeuerwehren veranstaltet werden. Letztlich profitieren schließlich alle davon, denn „wir können helfen und uns wird geholfen“, erklärt Bastian Mangliers die gute Zusammenarbeit der Feuerwehren im Meitinger Ortsgebiet.

Die dritte Bürgermeisterin Meitingens, Claudia Riemensperger, zeigte sich begeistert, nachdem sie den Parcours als Beifahrerin von Alois Reiner absolviert hat: „Es ist spannend und beruhigend zugleich, zu sehen, dass den Feuerwehrmännern die Möglichkeit zum Training geboten wird.“ Besonders freute sie sich auch darüber, dass alle sichtlich Spaß beim Training hatten und schier unermüdlich die Stationen durchfuhren.

Auch Achim Zwick, der Leiter des Ordnungsamtes in Meitingen, war vor Ort und erklärte: „Die ehrenamtlichen Feuerwehrmänner haben oft wenig Fahrpraxis – heute haben sie die Möglichkeit, unter fachmännischer Anleitung zu üben.“ Finanziert hat das Fahrsicherheitstraining die Gemeinde Meitingen – und zwar sowohl den Einsatz von Fahrlehrer Alois Reiner als auch die Brotzeit.

Begeistert zeigten sich indes nicht nur die Organisatoren, sondern auch die Teilnehmer. Christian Liebsch, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Waltershofen, hat selbst noch nie ein Fahrsicherheitstraining absolviert. Da er nicht nur in der Feuerwehr Lkw-große Fahrzeuge bewegt, hat er zwar Fahrpraxis, konnte aber beim Slalomfahren und beim Einsatz der Schlitterbremse etwas dazulernen. Besonders der Unterschied derer, die regelmäßig in großen Autos fahren und denen, die nur sporadisch fahren, sei groß. Auf die Frage, was wohl das Schwierigste am Training für die Waltershofener Wehr gewesen sei, antwortet Werner Scharbert lachend: „Das frühe Aufstehen.“ Antritt war nämlich bereits um sieben Uhr morgens. Nach einem theoretischen Teil, Sicherheitshinweisen und der Erläuterung der einzelnen Stationen, konnten die Feuerwehrmänner auf dem Parkplatz der Lech-Stahlwerke ihre Runden drehen.

Dabei ging es im Übrigen nicht immer nur um rasante Brems- oder Ausweichmanöver, sondern auch um Teamwork, wie Joachim Beutmiller, Maschinist der Meitinger Wehr, erklärt: „Besonders wenn’s eng wird, muss man sich auf den Beifahrer verlassen können.“ Spannend war indes auch, das Feuerwehrfahrzeug besser einschätzen zu lernen – gerade in puncto Länge, Breite und Gewicht.

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