Dienstag, 16. Januar 2018

25. Februar 2014 00:35 Uhr

Politik

Alles dreht sich um die neue Halle

In Stadtbergen wird der neue Stadtrat gesucht. Im Vorfeld der Wahl sind das Mammutprojekt Mehrzweckhalle und die damit verbundenen Schulden das Hauptthema

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Stadtbergen Paul Metz hat es hinter sich: Der CSU-Politiker wurde 2011 zum neuen Bürgermeister Stadtbergens gewählt, weil Amtsvorgänger Ludwig Fink (SPD) krankheitsbedingt seinen überraschenden Rücktritt verkündet hatte. Metz, der sich bei der Bürgermeisterwahl gegen den SPD-Kandidaten Herbert Woerlein in der Stichwahl durchsetzte, muss im Gegensatz zu seinem Stadtrat nicht um die Stimmen der Stadtberger buhlen. Aus dramaturgischer Sicht ist das etwas schade – denn Material für einen spannenden Wahlkampf gibt es in Stadtbergen genug.

Das nahezu alles beherrschende Thema ist in der knapp 15000 Einwohner fassenden Stadt natürlich das Mammutprojekt der nächsten Jahre – der Bau der Mehrzweckhalle in der Nähe des Schwimmbads. Mit dem knapp zehn Millionen Euro teuren Bau soll im Laufe dieses Jahres begonnen werden. Wegen der Kosten gab und gibt es immer wieder Kritik.

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Die beiden größten Fraktionen im Stadtrat, die CSU und die SPD, verteidigen den Bau. Der Tenor: Die Investition ist schmerzlich, aber notwendig. Dass man nicht, wie von einigen Fraktionen gefordert, eine etwas kleinere Halle nach dem Vorbild von Wiggensbach (Kreis Oberallgäu) bauen werde, hat laut Bürgermeister Metz einen einfachen Grund: Die Besucherzahlen, die sich die Stadt erwartet, seien mit einem reinen Sportpublikum nicht zu schaffen.

Der Zank um die Halle erfasste auch die Haushaltsdebatte

Der Zank um die Halle erfasste auch den mehrheitlich verabschiedeten Haushalt: Mit Pro Stadtbergen und der Fraktion Grüne/Thum votierten zwei Fraktionen einheitlich gegen das Papier - und erhielten dabei Unterstützung von Eugen Frey (CSU), dem Vorsitzenden des Rechnungsprüfungsausschusses. Frey verkündete, wegen des Ärgers um die Finanzierung auch nicht mehr auf der Stadtratsliste der CSU kandidieren zu wollen. Auch die Freien Wähler, die bislang nicht im Stadtrat vertreten sind, monieren die hohen Kosten.

Sogar die Seiten wechselte im Vorfeld der Wahl der bisherige Fraktionschef von Grüne/Thum Johannes Münch: Er tritt nun auf der Liste von Pro Stadtbergen an. Der letzte Grund für seinen Abschied ist ein anderes Projekt: das geplante Gewerbegebiet an der B300. Dessen Ausmaße sind enorm: 15,2 Hektar weist der etliche Jahre alte Flächennutzungsplan als Gewerbefläche aus – das sind umgerechnet etwas mehr als 21 Fußballfelder.

Münch befürwortet dessen Ausweisung – ebenso wie die Fraktionen Pro Stadtbergen und CSU. Etwas kritischer sehen die Grünen und die SPD das Projekt, mit dem neue Einnahmen generiert werden sollen. SPD-Fraktionchef Roland Mair kritisierte, dass es ohnehin kaum Unternehmen gebe, die Gewerbesteuer zahlen würden. Zudem sei das Gebiet an der B300 eine der letzten freien Flächen, die Stadtbergen noch habe.

Relativ ruhig war es hingegen zuletzt beim Stadtberger Dauerthema, dem Lärm- und Emissionsschutz entlang der B17. Das liegt zum einen daran, dass sich im Kern alle Fraktionen einig sind: Vor über zwei Jahren wurde beschlossen, sich die Möglichkeit einer Klage offenzuhalten. Andererseits liegt der Spielball derzeit nicht in Stadtbergen: Man wartet auf eine Entscheidung des Petitionsausschusses im Bundestag, der das Thema zurzeit behandelt.

Die Zentrumsentwicklung ist das nächste große Thema: Das Geld für Grundstückskäufe bleibt weiterhin im Haushalt verankert. Ziel ist die Etablierung eines Ortszentrums. Zu diesem Zweck wurde bereits eine Bürgerwerkstatt gestartet.

Aber auch die Pläne des großen Nachbarn Augsburg beschäftigen Stadtbergen – zuletzt war dies beim geplanten Einkaufszentrum am Sheridan Areal der Fall. Nach Kritik an den Ausmaßen des Baus erwog Stadtbergen zwischenzeitlich eine Klage gegen das Projekt – mit dem Effekt, dass Augsburg auf Stadtbergen zuging und Mitsprache bei der Gestaltung zusicherte. Lediglich Pro Stadtbergen geht dieser Kompromiss bislang nicht weit genug.

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Ein Artikel von
Florian Eisele

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